Interview

„Die Immobilienwirtschaft ist vielseitiger als man denkt“

Rebecca (27) über ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau

Nach einem begonnenen Studium entschied sich Rebecca Petersen für einen neuen Weg: eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Heute arbeitet die 27-Jährige bei der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft in Bergisch Gladbach als Objektverwalterin und übernimmt zusätzlich Aufgaben in den Bereichen Personal, Azubi-Marketing und Nachhaltigkeit. An ihrem Beruf schätzt sie vor allem die Vielfalt, den Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen und das eigenverantwortliche Arbeiten. „Viele denken bei Immobilien sofort ans Makeln – dabei steckt hinter der Wohnungswirtschaft viel mehr.“

Professionelle Porträtfoto von Rebecca

© Rebecca Petersen

🏢 Warum ich mich für die Ausbildung zur Immobilienkauffrau entschieden habe

Ein Beruf, der kaufmännische Aufgaben mit viel Kontakt zu Menschen verbindet – das war Rebecca während ihrer Suche nach einer Ausbildung wichtig. Genau das fand sie in der Immobilienwirtschaft: 

„Ich wollte gern einen sozialen Job machen, also einen Beruf, in dem ich mit vielen Menschen zu tun habe. In der Immobilienwirtschaft kommt man mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten in Kontakt – nicht nur mit Menschen, die sehr gut verdienen, sondern auch mit denen, die am sozialen Minimum leben. Das fand ich spannend. Gleichzeitig hatte ich auch Interesse an kaufmännischen Themen und wusste, dass ich mich gut selbst organisieren kann. Diese Mischung hat für mich einfach gut gepasst. Besonders angesprochen hat mich auch, dass man in diesem Beruf viel eigenverantwortlich arbeitet. Das war mir schon vorher klar, aber wie selbstständig man wirklich im Alltag arbeitet, habe ich dann erst richtig in der Ausbildung gemerkt.“ 

Für mich verbindet die Immobilienwirtschaft ideal die Arbeit mit Menschen und die Beschäftigung mit kaufmännischen Themen – das ist es, was den Beruf für mich so spannend macht.

Rebecca über die Vielseitigkeit der Immobilienwirtschaft 

🧭 Was ich in der Ausbildung zur Immobilienkauffrau gelernt habe

„Ein großer Teil der Ausbildung findet bei uns in der Vermietungsabteilung statt. Dort habe ich die komplette Wohnungswirtschaft kennengelernt: Alles rund um Wohnungsvermietung, Mietberechnungen, Mieterhöhungen, Mahn- und Klagewesen oder Betriebskosten. Das ist schon sehr vielseitig. Aber ich wurde auch in weiteren Bereichen wie Empfang, Technik oder Buchhaltung eingesetzt. Gerade beim Telefonieren am Empfang lernt man auch mit schwierigen Situationen umzugehen und mal über seine Grenzen hinauszugehen. Das ist wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung.“ 

⭐ Das waren besondere Erfahrungen in meiner Ausbildung

„Ich komme selbst aus einem sehr behüteten Umfeld und hatte vorher kaum Berührungspunkte mit schwierigen Wohnsituationen. In der Ausbildung habe ich dann gesehen, wie viele Menschen mit sehr wenig Platz und sehr wenig Geld leben – und trotzdem ihren Alltag meistern. Dieser Einblick in die Lebensrealitäten anderer Menschen hat mich schon geprägt. Ein weiterer wichtiger Moment war das Vertrauen, das ich schon früh im Unternehmen bekommen habe. Ich habe bereits in der Ausbildung eigene Wohnungen zur Verwaltung übernommen. Das war vorher in der Firma so noch nicht üblich. Dass man mir dieses Vertrauen entgegengebracht hat, hat mich total bestärkt.“ 

🏫 So waren Theorie und Praxis in meiner Ausbildung organisiert

Rebeccas Ausbildung war im Blockmodell organisiert. Einmal im Monat war sie für eine Woche am Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) in Bochum, die restlichen drei Wochen arbeitete sie im Unternehmen. 

„Ich war immer eine ganze Woche am Stück in Bochum und die restlichen drei Wochen in der Firma. Das fand ich super, weil man so in beiden Bereichen wirklich präsent war. In der Schule war man komplett raus aus dem Arbeitsalltag und im Betrieb dann wieder voll drin. Die Schulzeit hat sich dabei ein bisschen wie Studentenleben angefühlt. Wir haben dort auch übernachtet, zusammen gegessen, gelernt und Zeit miteinander verbracht. Ich habe das wirklich sehr gemocht.“ 

💡 Ein Missverständnis im Beruf der Immobilienkaufleute

„Viele Schüler:innen verbinden den Beruf zunächst mit dem klassischen Immobilienmakler. Aber Makeln bedeutet in erster Linie An- und Verkauf von Immobilien. Nach dem Verkauf ist der Kontakt oft beendet. Die Wohnungswirtschaft ist viel umfangreicher. Sie umfasst Bauen, Vermieten, Verwalten und ganz viele rechtliche und kaufmännische Themen. Wir begleiten den kompletten Prozess rund ums Wohnen.“ 

Viele Menschen denken bei Immobilien sofort ans Makeln. Dabei ist die Wohnungswirtschaft viel vielfältiger und bietet mehr Entwicklungsmöglichkeiten.

Rebecca über ein häufiges Missverständnis rund um den Beruf Immobilienkauffrau/-mann

👥 Für wen eignet sich die Ausbildung als Immobilienkauffrau/-mann?

Rebecca ist überzeugt: Während der Ausbildung lernt man alles, was für den Beruf als Immobilienkauffrau/-mann wichtig ist. Trotzdem gibt es einige Eigenschaften, die den Einstieg in den Beruf erleichtern. 

„Grundsätzlich sollte man gern mit Menschen arbeiten, offen auf Menschen zugehen können und ein gewisses Interesse an Wirtschaft und Zahlen mitbringen. Außerdem ist es wichtig, dass man sich selbst organisieren kann, weil man in dem Beruf viel eigenverantwortlich arbeitet.“ 

📝 Was ich vor meiner Ausbildung als Immobilienkauffrau gern gewusst hätte

„Ich hätte gern schon vorher klarer gewusst, was genau der Unterschied zwischen Maklern und der Verwaltung von Eigenimmobilien ist. Ich glaube, das ist eines der größten Missverständnisse bei jungen Leuten, die sich für Immobilien interessieren. Grundsätzlich steckt hinter diesem Beruf deutlich mehr, als man zuerst vielleicht vermutet. Viele denken, man schaut einfach, was andere Wohnungen kosten, und dann wird irgendeine Miete festgelegt. Aber hinter allem stecken Gesetze, Vorschriften und Berechnungen. Der Beruf ist viel anspruchsvoller, als viele glauben.“ 

Hinter dem Beruf steckt viel mehr als viele denken – Gesetze, Vorschriften, Berechnungen und ganz viel Verantwortung.

Rebecca über die Komplexität des Berufs Immobilienkauffrau/-mann

👉 Rebeccas Tipps für deine Ausbildung als Immobilienkauffrau/-mann

  • Trau dich, auch schon während der Ausbildung Verantwortung zu übernehmen 

  • Frag nach, wenn du dir bei Aufgaben unsicher bist, aber suche ruhig auch selbst nach Lösungsansätzen 

  • Sei offen im Umgang mit Menschen 

  • Schnuppere in verschiedene Aufgabenbereiche rein, um deine Stärken kennenzulernen 

  • Lass dich nicht von Vorurteilen über den Beruf abschrecken und mach dir dein eigenes Bild 

📝 Passt die Ausbildung als Immobilienkauffrau/-mann zu dir?

  • Ich arbeite gerne mit Menschen 

  • Ich kann mich gut selbst organisieren 

  • Ich interessiere mich für Wirtschaft und kaufmännische Themen 

  • Ich bin offen für rechtliche und organisatorische Aufgaben 

  • Ich möchte gerne Verantwortung übernehmen 

  • Ich suche einen abwechslungsreichen Bürojob 

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