Der Norden ruft
Wer in Deutschland eine Elite-Universität sucht, wird meist im Süden fündig. Doch auch der Norden hat gute Hochschulen und lebenswerte Uni-Städte zu bieten.
In der Serie "Studieren in Deutschland" stellen wir euch Hochschulen aus allen 16 Bundesländern vor. Wir starten mit dem Norden: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
FH Flensburg - Mehr Norden geht nicht
In Flensburg gibt es das berühmte Punkteregister für Verkehrssünder, Bierflaschen mit Bügelverschluss – und die nördlichste Hochschule Deutschlands. Über die Flensburger Förde ist die Stadt mit der Ostsee verbunden – kein Wunder also, dass die Fachhochschule unter anderem ein Institut für Schiffsbetriebstechnik beherbergt und angehende Seeleute magisch anzieht. Wer in "Schiffstechnik" seinen Bachelor macht, bekommt gleichzeitig das Befähigungszeugnis als "Technischer Wachoffizier". Damit ist eine Karriere auf hoher See möglich, aber auch bei Werften, Reedereien, Versicherungen, Verbänden, Zulieferern oder Offshore-Anlagen. Wer sich für den Bachelor-Studiengang "Seeverkehr, Nautik und Logistik" entscheidet, kann seine Seetauglichkeit gleich zu Studienbeginn im 26 Wochen dauernden Praxissemester an Bord testen.
Bucerius Law School (Hamburg) - Recht gut
Die Bucerius Law School, benannt nach dem Verleger und Politiker Gerd Bucerius, ist die einzige private Hochschule für Rechtswissenschaften in Deutschland. In zwölf Trimestern (vier Jahre) werden die Studenten bis zum Bachelor of Laws und dem ersten juristischen Staatsexamen geführt. Obwohl die BLS erst zehn Jahre alt ist, gilt die Qualität der Lehre bereits als herausragend: Das erste Staatsexamen bestehen BLS-Absolventen regelmäßig mit durchschnittlich zehn oder mehr Punkten – der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp sechs Punkten. Das exzellente Studium hat allerdings auch seinen Preis: 39.600 Euro kostet der Bachelor an der BLS. Für die Finanzierung bietet die Hochschule mehrere Modelle: reduzierte Gebühren für Bafög- Empfänger, zinsgünstige Kredite und die Möglichkeit, die Gebühren erst nachträglich zu zahlen.
Universität Göttingen - Im Süden vom Norden
Göttingen liegt runde 250 Kilometer von der nächsten Küste entfernt und gehört somit im geografischen Sinne nicht wirklich zu Nordeutschland; politisch aber schon, denn es liegt immerhin in Niedersachsen. Bekannt sind Stadt und Uni aber weniger durch ihre Lage, sondern durch den Ruf, über Jahrzehnte eine Hochburg linker und sehr linker Studenten gewesen zu sein. Heute ist das Göttinger Studierendenparlament allerdings in der Hand einer unabhängigen Hochschulgruppe ohne Nähe zu irgendeiner Partei. Studieren lässt es sich in Göttingen, ganz unabhängig von der eigenen Weltanschauung, richtig gut. Die Mieten sind bezahlbar, die Kneipendichte ist hoch und an jeder Ecke finden hungrige Studierende eine Mensa.
- Studieren in Norddeutschland 2011: Neue Heimathäfen
- Studieren in Westdeutschland: Hochburg der Hochschulen
- Nightline – Lebenshilfe von Studenten für Studenten: Brandbekämpfung am heißen Draht
- Studieren in Süddeutschland: Der Süden ist spitze
- Studieren in Ostdeutschland: Gute Lehre für kleines Geld


