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11. Juni 2012  
Luft- und Raumfahrttechnik studieren

Der Traum vom Fliegen

Im Studiengang "Luft- und Raumfahrttechnik" der Fachhochschule Aachen lernen Studierende, wie man Flugzeuge, Triebwerke, Raumstationen und Satelliten konstruiert. Daniel Schwitzer
Luft- und Raumfahrttechnik

Ob Flugzeuge, Hubschrauber, Satelliten oder sogar Raumfahrzeuge – im Studiengang "Luft- und Raumfahrttechnik" dreht sich alles um Vehikel, die hoch hinaus wollen. © Guido Vrola / fotolia.de

Dass die Fliegerei und die Erkundung des Weltraums nach wie vor große Anziehungskraft auf die Menschen ausüben, merkt Engelbert Plescher jedes Jahr aufs Neue, wenn er in die leuchtenden Augen der Erstsemester blickt. Plescher arbeitet an der Fachhochschule Aachen im Studiengang "Luft- und Raumfahrttechnik" als wissenschaftlicher Mitarbeiter. "Es gibt nicht mehr viele Berufsfelder, die Platz für Träume und Visionen bieten", sagt er. "Unseres gehört definitiv dazu."

Die meisten Jobs sind am Boden

Um direkt eines klarzustellen: Astronaut kann man in Aachen nicht werden, wenngleich das Studium eine gute Grundlage für den Beruf schafft. Anschließend ist aber noch eine lange Spezialausbildung in verschiedensten Disziplinen nötig, die nur alle 15 bis 20 Jahre von der Europäischen Weltraumorganisation ESA ausgeschrieben wird. Am letzten Bewerbungsverfahren nahmen vor vier Jahren fast 8.500 Kandidaten aus 18 Ländern teil. Genau sechs von ihnen bekamen schließlich den Zuschlag und bereiten sich seitdem auf ihren ersten Ausflug ins All vor.

Die weitaus meisten Jobs in der Luft- und Raumfahrttechnik finden jedoch am Boden statt. Absolventen des Aachener Bachelor-Studiengangs arbeiten zum Beispiel in der Industrie, wo sie Flugzeuge, Hubschrauber, Raumfahrzeuge und Satelliten oder deren Komponenten entwickeln, konstruieren und testen. Bei Fluggesellschaften planen, überwachen und warten sie die Flotte. In Forschungseinrichtungen erproben sie neue Materialien und Antriebstechniken mit dem Ziel, die Luft- und Raumfahrt günstiger und effektiver zu gestalten.

Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik selbst ist stark naturwissenschaftlich-technisch geprägt und deshalb lernintensiv: An zuweilen staubtrockenen Kursen in Mathematik, Physik und Technischer Mechanik kommt in den ersten Semestern niemand vorbei. "Die Grundlagen müssen einfach sitzen", erklärt Engelbert Plescher. Darüber hinaus werden im Grundstudium Fächer wie Werkstoffkunde, Elektrotechnik, Thermodynamik und Strömungslehre unterrichtet, in denen bereits der konkrete Bezug zur Luft- und Raumfahrt hergestellt wird, sei es durch Anwendungsbeispiele, Praktika oder Laborarbeit.

Praxisprojekt: Satellit bauen

Noch mehr Anwendungsbezug folgt dann im Hauptstudium, wenn sich die angehenden Ingenieure auf einen von vier Bereichen spezialisieren – Flugzeugbau, Raumfahrttechnik, Flugbetriebstechnik oder Triebwerktechnik. Fest in den Lehrplan integriert ist hier auch ein umfangreiches Praxisprojekt: Vor ein paar Jahren etwa konstruierte eine Gruppe Studierender, betreut von Pleschers, einen echten Forschungssatelliten, mit Solarmodulen, Kamera und allem drum und dran. "Der kreist heute in 620 Kilometern Höhe und sendet regelmäßig Daten an unsere Bodenstation hier in Aachen", erzählt Plescher stolz. "Mit cleveren Ideen und viel Engagement kann man in der Luft- und Raumfahrt eben auch ohne viel Geld etwas Tolles auf die Beine stellen."

Luft- und Raumfahrttechnnik als Studiengang

Luft- und Raumfahrttechnik kann man als Vollstudium in Deutschland nur an einer Handvoll Hochschulen belegen, neben der FH Aachen zum Beispiel an der Uni Stuttgart, der TU Berlin, der Bundeswehr-Uni München sowie der TU München. Anderenorts integrieren Hochschulen das Fach als Schwerpunkt in ihre Maschinenbau-, Fahrzeugtechnik-, Wirtschaftsingenieur- oder Verkehrswesen-Studiengänge

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