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04. Mai 2011  
Ingenieurstudium in der Textilbranche

Mode und Maschinen

Mode-Ingenieure entwerfen nicht nur Klamotten, sondern kennen sich auch mit deren Produktion aus. Das macht sie in der Textilindustrie begehrt. Julia Kunze

Die Veredelung von Stoffen gehört auch zur Ausbildung als Modeingenieur © EINSTIEG: Julia Kunze

„Von der ersten Windel bis zum Leichentuch, es gibt kaum einen Moment im Leben, in dem wir nicht von Textilien umgeben sind“, sagt Jutta Wiedemann, Dozentin für Herrenoberbekleidung an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Sie deutet auf den Teppich, die Vorhänge und das Handtuch am Waschbecken. „Viele denken bei Textilverarbeitung nur an den Designer und die Näherin“, fährt sie fort. „In Wirklichkeit geht ein Bekleidungsstück aber durch bis zu tausend Hände, bis es beim Käufer landet.“

Kein Wunder, dass die Branche auf Spezialisten angewiesen ist, die sich mit den zahlreichen Produktionsschritten bei der Verarbeitung von Stoffen auskennen. Allein der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein bietet daher vier Bachelor- und zwei Master-Studiengänge an. In allen dreht es sich in erster Linie um die technischen Aspekte der Textilverarbeitung.

In „Textil- und Bekleidungstechnik“ geht es unter anderem um Produktentwicklung und Bekleidungsmanagement. Im Studiengang „Design-Ingenieur“ mit Schwerpunkt Textil lernen die Studenten Techniken kennen, mit denen sie Stoffen spezielle ästhetische oder funktionale Eigenschaften verleihen können, zum Beispiel Glanzeffekte oder Feuerresistenz. Design-Ingenieure mit Schwerpunkt Mode erlernen neben der künstlerischen Qualifikation auch die Betreuung der industriellen Produktionsprozesse. Diese Verknüpfung von Design und Technik macht die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt begehrt: Neun von zehn Absolventen finden unmittelbar nach dem Abschluss einen Job – für die Modebranche ist das alles andere als selbstverständlich.

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