Blick über den Tellerrand
Die TU München bietet seit dem Wintersemester 2010 einen neuen Bachelor-Studiengang der Ingenieurwissenschaften an. Ausgebildet werden dort besonders interdisziplinäre Ingenieure, die sich nicht auf ein klassisches Berufsfeld festlegen wollen.
An der Entwicklung neuer Elektroautos arbeiten Fahrzeugtechniker gemeinsam mit Elektrochemikern und Mechanikern ebenso wie mit Informatikern. Und in der Biotechnologie treffen Prozesstechniker auf Molekularbiologen. Diese Beispiele machen es deutlich: Wer heutzutage als Ingenieur arbeitet, muss öfter über den Tellerrand der klassischen Fächer hinausblicken. Diverse Einsatzgebiete für Ingenieure sind ohnehin nicht mehr eindeutig einem Fach zuzuordnen.
Die Technische Universität München führt daher seit dem Wintersemester 2010/11 den neuen Bachelor-Studiengang Ingenieurwissenschaften ein. Sein besonderes Merkmal: Die Studis erhalten zunächst eine anspruchsvolle technisch-naturwissenschaftliche Grundausbildung, ohne dass sie sich auf eine bestimmte Ausrichtung festlegen. In der zweiten Studienphase können sie sich dann auf die Arbeit an einer der Schnittstellen der Disziplinen spezialisieren.
So vermittelt der neue, sowohl deutsch- als auch englischsprachige Studiengang einerseits Grundlagen, die Ingenieure aller Richtungen anwenden. Andererseits verknüpft er die ingenieurwissenschaftliche Lehre mit Unterrichtsinhalten aus den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Die Absolventen werden so auf eine flexible Laufbahn in interdisziplinären Berufs- und Forschungsfeldern vorbereitet, beispielsweise in der Mechatronik, Bioverfahrenstechnik, Medizintechnik, den Materialwissenschaften, der Werkstofftechnik oder dem Software Engineering.
Der Studiengang ist an der neuen Munich School of Engineering angesiedelt, die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Gesucht werden besonders begabte Studieninteressenten, die sich zunächst einem Eignungstest stellen müssen. Die Bewerbungsfrist endet jeweils am 15. Juli.
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