Studieren ohne Abitur
Auf die Berufserfahrung kommt es an
Studieren ohne Abitur: Der Weg an die Uni führt nicht zwangsläufig über die Allgemeine Hochschulreife. Wer die Schule mit Mittlerer Reife verlassen hat, kann ein Studium ohne Abi in Angriff nehmen – vorausgesetzt, er verfügt über ausreichend Berufserfahrung.

es eine n Weg ins Studium. © photocase / table
Mit dem Abitur steht einem in Deutschland der Weg ins Studium offen. Doch auch wer nicht bis zum Abi durchgehalten hat, braucht den Traum vom Studieren nicht gleich zu begraben - man kann auch ohne Abitur studieren. Denn die Hochschulen öffnen sich heute verstärkt auch Menschen ohne die Allgemeine Hochschulreife. Die gängigste Alternativen ist dabei die Fachhochschulreife, die aus einem schulischen und einem praktischen Teil besteht.
Den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwirbt man normalerweise nach erfolgreichem Bestehen der 12. Klasse (G8: nach dem ersten Jahr der Qualifikationsphase) einer höheren Schule. Um danach studieren zu können, muss man aber noch den berufsbezogenen Teil absolvieren. Die Bundesländer fordern hier zumindest ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum, wenn nicht gar eine abgeschlossene Berufsausbildung. Mit der Fachhochschulreife kann man, wie der Name schon sagt, an allen Fachhochschulen, nicht aber an Universitäten studieren.
Studium für Berufspraktiker
Neuerdings gelangen aber auch junge Erwachsene, die die Schule mit Mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss verlassen haben, über Umwege noch zum Studium. Voraussetzung: Sie haben inzwischen ausreichend Berufserfahrung gesammelt. Im März 2009 haben sich die Bundesländer hier auf einheitliche Standards geeinigt:
- Bewerber mit erfolgreich abgeschlossener mindestens zweijähriger Berufsausbildung und anerkanntem Fortbildungsabschluss (z.B. Handwerksmeister, Techniker oder Fachwirte) erhalten die Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Das heißt, sie können prinzipiell an jeder beliebigen Hochschule, egal ob Uni oder FH, jedes beliebige Fach studieren - ohne Abitur.
- Bewerber mit Berufsausbildung, aber ohne Fortbildungsabschluss benötigen mindestens drei Jahre Berufspraxis, um die Hochschulzugangsberechtigung zu bekommen. Danach stehen ihnen aber nur Studiengänge offen, die zu ihrer beruflichen Vorbildung passen.
Über diese allgemeinen Kriterien hinaus sind je nach Bundesland manchmal aber noch andere Kriterien für die Zulassung zum Studium ohne Abitur zu erfüllen. Vorausgesetzt werden zum Beispiel ein Mindestalter, Mindestnoten beim Berufsabschluss oder der Hauptwohnsitz im jeweiligen Bundesland. Andernorts müssen berufserfahrene Bewerber für die endgültige Zulassung vor Studienbeginn ihre fachliche Eignung in einer schriftlichen und/oder mündlichen Prüfung an der Hochschule nachweisen. Alternativ ist auch ein einjähriges Probestudium möglich, nach dessen Ende entschieden wird, ob der Bewerber fortfahren darf.
Mehr Infos
Die genauen Regelungen für den Zugang zum Studium ohne Abitur kann man an den Hochschulen oder beim Kultus- bzw. Wissenschaftsministerium des jeweiligen Bundeslandes erfragen.
Der Bildungsserver listet Dokumente und Infos zum Thema "Studieren ohne Abitur" auf
Infos zum Aufstiegsstipendium für Berufsabsolventen der Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB)
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