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26.09.2013  

Studentenjobs

Tippen, telefonieren, Taxi fahren

Studentenjobs sind sehr vielfältig: Ob als Kellner in der Szenebar, als Sekretärin oder selbständig von zu Hause aus - Jobs für Studenten gibt es überall. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen.

Studentenjobs
Wer einen Studentenjob als Taxifahrer ausübt, muss
auf Steuern und Sozialabgaben achten.
© Manuel Schlarmann / PIXELIO

Studentenjobs sind meist entweder der "Minijob", oft auch 400-Euro-Job genannt, die "Kurzfristige Beschäftigung" und der reguläre "Studentenjob".

Minijob: bis 450 Euro pro Monat

Der Minijob ist ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, und praktisch für den Arbeitgeber: für ihn fallen keine Steuern oder Sozialabgaben an. Zum 1. Januar 2013 wurde die monatliche Verdienstgrenze von 400 Euro auf 450 Euro erhöht. Zulässig sind maximal drei Studentenjobs pro Student. Aber aufgepasst: Immer die 20-Stunden-Grenze beachten. Jährliche Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld müssen dabei anteilig monatlich aufgerechnet werden. Liegt der regelmäßige Verdienst bei maximal 450 Euro pro Monat, seid ihr nach wie vor von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit, nicht mehr jedoch von der Rentenversicherung: Euer Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 15 Prozent für die Rentenversicherung, und ihr selbst zahlt auch in die Rentenversicherung ein – und zwar so viel, dass sich ein vollwertiger Rentenversicherungsbeitrag ergibt. Für 2013 wurde der Beitragssatz auf 18,9 Prozent festgelegt: 3,9 Prozent müsst ihr also von euren 450 Euro abgeben. In Zahlen ergibt sich dementsprechend:

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  • Paul Z. verdient monatlich 450 Euro
  • Beitrag zur Rentenversicherung (450 Euro x 18,9 Prozent =) 85,05 Euro
  • Abzüglich Arbeitgeberanteil (450 Euro x 15 Prozent =) 67,50 Euro
  • Arbeitnehmeranteil von Paul Z. = 17,55 Euro

Es ist möglich, sich auf schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber davon befreien zu lassen – die Befreiung gilt dann allerdings für die gesamte Beschäftigungsdauer und für alle Minijobs, denen ihr in dieser Zeit nachgeht. Dazu müsst ihr jeden Arbeitgeber über diese Entscheidung informieren. Wenn ihr mehrere Jobs oder freiwillige Praktika gleichzeitig macht, dürft ihr insgesamt nicht mehr als 450 Euro verdienen (Pflichtpraktika und kurzfristige Beschäftigungen müssen hierbei nicht einberechnet werden). Liegt der Gesamtverdienst darüber, wird er wie der eines einzigen Jobs behandelt: Ihr seid dann nicht mehr geringfügig beschäftigt und dementsprechend sozialversicherungspflichtig (als ordentlicher Student nur in der Rentenversicherung).Kurzfristige Beschäftigung: Steuerpflichtig

Eine „Kurzfristige Beschäftigung“ kann zum Beispiel ein Job als Verkäufer auf dem Weihnachtsmarkt sein. Also eine Tätigkeit, die nicht regelmäßig ausgeübt wird, sondern beispielsweise nur in den Semesterferien. Vorher sollte man sich auf dem Amt eine Lohnsteuerkarte ausstellen lassen. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung darf der Jobber nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage pro Jahr arbeiten.Der Verdienst ist sozialversicherungsfrei - es werden also keine Krankenkassen- oder Rentenbeiträge abgezogen. Zudem entfällt bei dieser Art von Minijob die Verdienstgrenze von 400 Euro. Dafür ist die kurzfristige Beschäftigung steuerpflichtig: entweder per Lohnsteuerkarte, oder der Arbeitgeber zieht vom Lohn pauschal 25 Prozent für Lohnsteuer sowie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ab.

Regulärer Studentenjob

Bei allen anderen Jobs, die nicht auf wenige Wochen begrenzt sind und in denen du mehr als 8.004 Euro im Jahr verdienst, musst du Steuern zahlen. Oft sind das die Jobs als "Studentische Hilfskraft". Kleiner Trost: Bei Verdiensten bis 800 Euro (Gleitzone) müssen Studenten in der Regel nur einen reduzierten Arbeitnehmeranteil für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Und wer weniger als 20 Stunden die Woche arbeitet, ist ganz davon befreit.

  1. Teil: Studentenjobs - Weniger ist manchmal mehr
  2. Teil: Minijob, Studentische Hilfskraft oder "Kurzfristige Beschäftigung"?
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