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29. September 2011  
Abschaffung von Studiengebühren

Volle Kraft zurück

Von den ursprünglich sieben Bundesländern, die Studiengebühren eingeführt haben, halten inzwischen nur noch zwei am Bezahlstudium fest. Ist das Thema damit erledigt? Daniel Schwitzer

Die Schockwelle erfasste damals jeden Campus im Land. Als das Bundesverfassungsgericht im Januar 2005 ein geltendes Verbot kippte und den Bundesländern freistellte, von da an Studiengebühren zu erheben, sahen Studentenvertreter zwischen Flensburg und Koblenz nicht weniger als eine bildungspolitische Zeitenwende gekommen. Sieben Länder ließen sich nicht lange bitten und führten Studiengebühren ein, zunächst 500 Euro pro Semester, doch dabei werde es kaum bleiben, fürchteten die Studierenden. Wer sollte sich künftig überhaupt noch eine akademische Ausbildung leisten können?

Heute, gut sechseinhalb Jahre später, sieht die Situation in Deutschland wie folgt aus: Hessen und das Saarland haben ihre Studiengebühren nach Regierungswechseln bereits wieder abgeschafft. Nordrhein-Westfalen folgt dem Beispiel zum kommenden Wintersemester. In Baden-Württemberg ist die Abschaffung zum Sommersemester 2012 geplant, in Hamburg zum Wintersemester 2012/13. Nur Niedersachsen und Bayern werden darüber hinaus an den Studiengebühren festhalten – zumindest haben sie bislang nichts Gegenteiliges verlauten lassen. So drängt sich die Frage auf: Ist das Projekt Bezahlstudium in Deutschland gescheitert, bevor es überhaupt richtig begonnen hat?

Drei Viertel wollen Studiengebühren abschaffen

„Die Gebühren sind damals von den Bundesländern und den Hochschulen überstürzt eingeführt worden“, sagt die Wirtschaftswissenschaftlerin Jenny Richter. „Man hätte die Studierenden von Beginn an viel besser über die Verwendung der Gelder informieren und in den Verteilungsprozess einbinden müssen“. Richter weiß, wovon sie spricht. Die Marketing-Fachfrau ist an der Uni Hohenheim mit dem Gebührenkompass betraut, einer Erhebung, die seit 2007 jährlich die Einstellung der Studierenden zu Studiengebühren misst. Die jüngsten Ergebnisse sind, gelinde gesagt, ernüchternd: Zwar fühlen sich die Befragten von ihren Hochschulen mittlerweile besser über die Verwendung der Gelder informiert und sind zufriedener mit dem Verwendungszweck als in der Vergangenheit. Gleichzeitig weisen Studiengebühren aber weiterhin eine sehr geringe Akzeptanz auf. Knapp drei Viertel (72 Prozent) der Studierenden plädieren für ihre Abschaffung.

  1. Teil: Gebühren sind unbeliebt
  2. Teil: Keine negativen Effekte bei ausbleibenden Gebühren
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Studiengebühren

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