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24.05.2012  

Mit Geld vom Staat durchs Studium

Bafög: Antrag, Amt und Auszahlung

Mit Bafög beziehungsweise Bafög-Förderung unterstützt der Staat junge Menschen bei der Studienfinanzierung. Wir erklären alles rund um Bafög-Antrag, Bafög-Berechtigung, Höhe der Bafög-Förderung und Rückzahlung.

Bafög: Antrag beim Amt stellen lohnt sich immer.
© Anke Tillmann


Bafög - was ist das eigentlich?

Im Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: Bafög) wird geregelt, wen Bund und Länder bei der Studienfinanzierung unterstützt – und wie lange und mit wie viel Geld. Der Begriff "Bafög" bezeichnet also eigentlich die gesetzlichen Regelungen. Meistens wird er jedoch als Synonym für die Bafög-Förderung, also das Geld, das an die Studenten fließt, benutzt.

Warum gibt es Bafög?

Wer sich auf das spätere Berufsleben vorbereitet, verfügt in der Regel mehrere Jahre lang über kein oder nur ein sehr geringes Einkommen. Die Ausgaben sind jedoch trotzdem hoch. Miete, Telefon, Bücher und andere Kosten summieren sich schnell auf mehrere hundert Euro pro Monat. In vielen Fällen übernehmen daher die Eltern die Studienfinanzierung oder den Besuch einer Berufsfachschule, und viele Studenten verdienen sich durch Nebenjobs noch etwas dazu.

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Damit diejenigen, deren Eltern sich die Finanzierung einer Ausbildung nicht leisten können, nicht benachteiligt werden und trotzdem studieren oder eine Berufsfachschule besuchen können, wurde in Deutschland in den Siebzigerjahren beschlossen, die Kinder einkommensschwacher Eltern bei der Studienfinanzierung zu unterstützen. Während Schüler diese Zuschüsse vom Staat nicht zurückzahlen müssen, bekommen Studenten in der Regel nur die Hälfte der Leistungen "geschenkt", die andere dagegen als zinsloses Darlehen.

Wer bekommt Bafög? Die Voraussetzungen für die Bafög-Förderung:

  • Die Ausbildung des Antragstellers muss nach dem Bafög förderungsfähig sein. Dies gilt für Studien an staatlichen (in manchen Fällen auch an privaten) Hochschulen, für den Besuch von Berufsfachschulen, Akademien und Einrichtungen des zweiten Bildungswegs (z.B. Abendschulen oder Kollegs). In Ausnahmefällen kann auch der "normale" Schulbesuch ab der zehnten Klasse gefördert werden. Azubis in einer betrieblichen/dualen Ausbildung haben keinen Anspruch auf Bafög, aber – unter bestimmten Voraussetzungen – auf die  Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Bundesagentur für Arbeit.
  • Der Antragsteller muss unter 30 Jahre alt sein. Wer das Bafög als Studienfinanzierung für den Master braucht, darf sogar bis zu 34 Jahre alt sein. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: So können beispielsweise Studenten, die aufgrund besonderer familiärer und persönlicher Gründe ihr Studium erst spät beginnen konnten, elternunabhängiges Bafög erhalten.
  • Der Antragsteller muss die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Außerdem können Asylberechtigte bzw. anerkannte Flüchtlinge, Menschen mit einem deutschen Elternteil und Wohnsitz in Deutschland, Ausländer mit schon länger in Deutschland erwerbstätigen Eltern und – unabhängig von der Erwerbssituation der Eltern – ausländische Auszubildende, die bereits langfristig aufenthaltsberechtigt sind oder eine dauerhafte Bleibeperspektive haben, gefördert werden.
  • Der Antragsteller darf noch keine förderfähige Ausbildung abgeschlossen haben, denn Bafög-Leistungen gibt es nur für die Erstausbildung (wobei Bachelor- und Masterstudium gemeinsam als Erstausbildung gelten). Hier sind allerdings Ausnahmen möglich, daher sollte man im Zweifelfall beim zuständigen Bafög-Amt nachfragen.
  • Ein Fachrichtungswechsel muss maximal nach dem dritten Semester erfolgen, damit der Geförderte im neuen Studiengang weiter Bafög erhält. Auch hier gibt es allerdings Ausnahmen, wenn nämlich der Wechsel aus einem so genannten "unabweisbaren Grund" erfolgt.
  • Das Einkommen der Eltern darf eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Man spricht in diesem Zusammenhang vom "anrechenbaren Einkommen", das unter oder nur knapp über den "Freibeträgen" liegen darf. Mit einem Bafög-Rechner kann man dies bereits im Voraus grob kalkulieren.

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  • Wichtig ist außerdem das eigene monatliche Einkommen (z.B. durch Nebenjobs). Verdienst der Geförderte zu viel, werden die Bafög-Leistungen verringert, oder der Anspruch erlischt sogar ganz. Derzeit dürfen Empfänger im Monatsschnitt 400 Euro dazuverdienen, ohne Ansprüche zu verlieren. Ab dem Wintersemester 2016/17 dürfen es 450 Euro sein.
  • Hat der Geförderte Kinder, erhöht sich die monatliche Bafög-Förderung, und zwar um 113 Euro für das erste und um 85 Euro für jedes weitere Kind (ab Wintersemester 2016/17 sind es einheitlich 130 Euro für jedes Kind).
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