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20. Oktober 2010  
Individualisierter Bachelor an vielen Universitäten

Bachelor wird flexibler

Nachdem durch die Bologna-Reform die Universitäten auf einen Bachelor-Abschluss nach sechs Semestern umgestellt haben, wird er jetzt an manchen Unis wieder entschleunigt. Gründe dafür gibt es viele.
langsamer bachelor

Flexibler sollen sie werden, die Bachelor-Studiengänge © aboutpixel: efferr

Kaum haben sich Studenten an den verschulten Bachelor gewöhnt, wird an den ersten Unis schon wieder umgestellt. An der Hochschule für Technik Stuttgart zum Beispiel können Studenten nach den ersten zwei Semestern wählen, ob sie noch ein weiteres Semester im Grundstudium dranhängen wollen. Der Grund: viele Studienanfänger der Technischen Universität haben erstmal eine Ausbildung gemacht und sind an das schnelle und auf sich allein gestellte Lernen nicht gewöhnt. Das frustriert und sorgt für hohe Abbrecherquoten. In dem freiwilligen dritten Semester können die Studenten Versäumnisse nachholen und sich auf das Hauptstudium besser vorbereiten. Das 3-Stufen-Modell der HFT Stuttgart, das zudem eine intensivere Förderung der Erstsemester beinhaltet, gilt als Pilotprojekt und wird sich vielleicht auch an anderen Universitäten durchsetzen.

Auch die private Universität Witten-Herdecke entschleunigt ihren Bachelor: Ab diesem Wintersemester können Studenten dort  frei wählen, ob sie ihr Wirtschaftsstudium in sechs oder in acht Semestern durchziehen wollen. Der Grund: Man will den Studenten Platz machen für Auslandssemester, freiwillige Praktika oder eigene Projekte. Und auch die Universität Eichstätt geht mit einem in dieser Form bislang bundesweit einmaligen Studienkonzept zurück zu den Wurzeln: dem flexiblen Bacherlorstudiengang. Nichts mit vorgefertigten Stundenplänen: Aus einem Pool von etwa 40 Fächern können sich Studierende ihren eigenen Bachelor- bzw. Masterstudiengang zusammenstellen. Möglich sind zum Beispiel auch Theologie oder Germanistik mit BWL und etwas aus dem Bereich der Kunstwissenschaften. "Bislang war das Bachelorstudium stark reglementiert", sagt Prof. Dr. Gabriele Gien, Vizepräsidentin für Studium und Lehre in Eichstätt, "Wir haben darüber nachgedacht, wie man Studienmöglichkeiten schaffen kann, die mehr Freiraum für die Studierenden lassen."

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