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24.05.2012  

Erstsemester A-Z zum Semesterstart

Lexikon für Erstis

Dein erster Tag an der Uni naht und du fragst dich, was hinter all den kryptischen Abkürzungen, Fremdwörtern und Fachbegriffen steckt, die sich zum Semesterstart in deinen Unterlagen sammeln? Nicht verzagen, unser Erstsemester-A-Z hilft dir auf die Sprünge.

Erstsemester A-Z
Erstsemester A-Z: Was du zum Studienstart wissen
musst. © Gerd Altmann / pixelio.de

A

Abschluss:
Alles hat irgendwann ein Ende – selbst das Studium, das für dich gerade erst beginnt. Als stolzer Absolvent darf man sich erst über den Bachelor freuen, und wenn man dann noch weiter studiert, über den Master. Daneben gibt es vereinzelt noch Diplom- und Magister-Abschlüsse. Noch keine Einigkeit herrscht darüber, wie künftig mit Studiengängen verfahren wird, die mit einem Staatsexamen abgeschlossen werden: Jura, Medizin und Lehramt. Übrigens: Damit du auch was in den Händen hältst, wird dir nach Studienabschluss eine schmucke Urkunde verliehen. Macht sich bestimmt schön an WG-Wänden.

Akademisches Viertel: Bezeichnet jene Viertelstunde, die eine Lehrveranstaltung später beginnt als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Wird der Beginn einer  Veranstaltung mit "9:00 Uhr c.t." (lat. "cum tempore": "mit Zeit") angegeben, fängt diese erst um 9:15 Uhr an. Heißt es dagegen "9:00 Uhr s.t." (lat. "sine tempore": "ohne Zeit"), beginnt die Veranstaltung pünktlich um 9:00 Uhr. Ursprung des Akademischen Viertels ist im Übrigen nicht etwa die latente Unpünktlichkeit der Studierenden. Vielmehr dienen die 15 Minuten offiziell dem Wechsel des Veranstaltungsraums und der Wiederholung des Stoffes aus der letzten Woche. Naja…

Anwesenheitspflicht: Je nach Studiengang, Studienphase und der Nachsicht des jeweiligen Dozenten wird die Anwesenheit eines jeden Studenten regelmäßig überprüft - oder eben nicht. Ist dies der Fall, geschieht das meist mit einer durch die Sitzreihen wandernden, stets hart umkämpften Anwesenheitsliste. Bei vollen Hörsälen mutet die Jagd nach der begehrten Unterschriftensammlung oft zu Hochschulsport der extremeren Sorte an. Falls der Kampf mal vergebens sein sollte, braucht man den Kopf in der Regel aber nicht gleich hängen zu lassen: Bis zu zwei unentschuldigte Fehlstunden pro Veranstaltung und Semester werden für gewöhnlich akzeptiert.

AStA: Abkürzung für "Allgemeiner Studierendenausschuss". Setzt sich für die Belange der Studentenschaft ein und vertritt diese nach außen. Wie es sich für ordentliche Volksvertreter gehört, werden die Mitglieder des AStA gewählt, und zwar einmal im Jahr vom Studierendenparlament, das wiederum von allen Studierenden der Hochschule gewählt wird (die Wahlbeteiligungen liegen jedoch nicht selten im einstelligen Prozentbereich). Der AStA ist ein selbstverwaltetes Organ und bietet Rat und Tat in unterschiedlichen Belangen, z.b. in Sachen Bafög oder der Suche nach einem WG- oder Wohnheim-Zimmer. Dem Klischee nach tragen AStA-Mitglieder übrigens geschlechterunabhängig meist Hornbrille und Zopf, sind politisch dem linken Spektrum zuzuordnen und ganz wild auf Diskussionen und Debatten jeglicher Art.

Auslandsaufenthalt: Ob für ein einziges Semester, ein ganzes Jahr oder gleich fürs ganze Studium – viele der deutschen Studierenden zieht es früher oder später in die große weite Welt, etwa mit dem Erasmus-Programm. Ob dort dann allerdings wirklich studiert oder eher die Temperatur des örtlichen Badewassers geprüft wird, sei mal dahin gestellt. Werden aber tatsächlich Leistungen erbracht, können diese dank das ECTS-Systems in der Regel an der Heimat-Uni anerkannt werden.

Ausweis: Nach der Einschreibung erfolgt die feierliche Überreichung jenes Schriftstücks, das den stolzen Studienanfänger auch formal als Angehörigen seiner Spezies aufweist. Die darauf eingetragene Fachsemesteranzahl wird schon bald in die Höhe schnellen, die Matrikelnummer ist schnell auswendig gelernt und der Kampf gegen die Regelstudienzeit mit Erhalt dieses Papiers offiziell eröffnet. Übrigens: In der Regel zählt der Studierendenausweis als Semesterticket.

B

Bachelor: Leitet sich vom lat. "baccalaureu" ab und bedeutet sinngemäß soviel wie "Junggeselle", was auch den Titel eines vollkommen zu recht längst wieder vergessenen Fernsehformats erklärt. Im Uni-Leben bezeichnet der Bachelor einen akademischen Grad, der in der Regel nach drei Jahren bzw. sechs Semestern Regelstudienzeit erlangt werden kann und als berufsqualifizierender Abschluss gilt. Wer aber noch immer nicht genug vom Studentenleben hat, kann mit dem Master ein zusätzliches Vertiefungsstudium dranhängen, das berufstechnisch für noch höhere Weihen qualifiziert.

Bafög: Abkürzung für "Bundesausbildungsförderungsgesetz". Gemeint ist damit die finanzielle Förderung, zu der viele Studierende berechtigt sind. Die Bafög-Förderung wurde in den Siebziger Jahren eingeführt, um finanziell schwächer gestellte Studierende, die ihr Studium nicht selbst oder mit Hilfe von Verwandten bezahlen können, den Gang an eine Hochschule zu ermöglichen. Der monatliche Bafög-Satz errechnet sich aus einer Vielzahl von Kriterien. In der Regel besteht die Bafög-Leistung jeweils zur Hälfteaus einem staatlichen Zuschuss und einem zinslosen Darlehen, das zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden muss.

Bibliothek: Die Fundgrube des Weltwissens, auf die kein Student verzichten kann. Spätestens wenn es in den Semesterferien ans Eingemachte geht, also an Hausarbeiten und Klausuren, ist der Gang in die "Bib" zum Beschaffen einschlägiger Fachliteratur unerlässlich. Aber auch für ein mickriges Referat ist man auf Recherche in diesem oft mehrere Stockwerke hohen und jede Menge schlauer Bücher beinhaltenden Gebäudekomplex angewiesen. Dort stehen übrigens meist auch die ebenso (über)lebenswichtigen Kopierer.

Blockveranstaltungen: Gewissermaßen die "Workshops" der Uni. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Seminaren und Vorlesungen, die regelmäßig stattfinden und sich über das gesamte Semester erstrecken, gibt es die Blockveranstaltungen "en bloc". In einem begrenzten Zeitraum, meist ein ganzes Wochenende oder an mehreren Einzelterminen, finden sich Dozent und Studierende von morgens bis abends zusammen, um den Stoff in Rekordgeschwindigkeit durchzupauken und dabei unter Umständen sogar etwas zu lernen.
einen eigenen Abschluss wert.

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