Die eigenen Fähigkeiten einschätzen lernen und herausfinden, welcher Job zu einem passen könnte – keine leichte, aber eine sehr wichtige Aufgabe! Autorin und Karriereberaterin Angelika Gulder gibt Tipps, wie man die richtigen Entscheidungen trifft.

Karriereberaterin Angelika Gulder
EINSTIEG Online: Frau Gulder, verraten Sie uns kurz eine gute Methode, wie man herausfindet, welche Fähigkeiten man hat.
Angelika Gulder: Seine Fähigkeiten kann man herausfinden, indem man ganz systematisch durchgeht, wie man seinen Tag verbringt, wenn man freie Zeit hat, und wofür man sich am allermeisten interessiert, was die eigenen Schwerpunkte der Hobbies sind. Natürlich kann man auch Freunde und Bekannte fragen, was sie an uns für die größten Stärken halten. Wichtig ist, dass man nicht nur danach geht, was man gut kann, sondern vor allem auch, was man davon besonders gerne macht. Ich nenne das die „Lieblingsfähigkeiten“.
EINSTIEG Online: Wie kann man lernen, Entscheidungen zu treffen, beispielsweise zwischen zwei Studiengängen?
Gulder: Grundsätzlich sollten wir uns an dem orientieren, woran wir die meiste Freude haben. Sich danach zu entscheiden, was auf dem Markt im Moment am ehesten gefragt ist, ist oft der falsche Weg. Die Parameter ändern sich hier so schnell, dass wir nie sicher sein können, das nach Abschluss des Studiums der Bedarf wirklich so groß ist wie erhofft. Ein Tipp ist, die Entscheidung in Gedanken durchzuspielen; sich konkret vorzustellen, wie es im jeweiligen Job später sein wird. Das Grundgefühl dabei sollte möglichst gut sein, dann ist es vermutlich auch der richtige Weg.
EINSTIEG Online: Was bedeutet "Life-Work-Planning" und wie wichtig ist das heutzutage?
Gulder: Das war schon immer wichtig, es rückt nur inzwischen mehr ins Bewusstsein. Unternehmen haben erkannt, dass nur Mitarbeiter, die auch ein erfülltes Privatleben haben, auf Dauer motivierte und gesunde Mitarbeiter sind. Zu Beginn des Berufswegs spielt das allerdings noch eine geringere Rolle, da man die ersten Jahre damit verbringt, im ersten Job gut Fuß zu fassen. Spätestens nach drei Jahren ist es allerdings sinnvoll, eine gesunde Mischung zwischen Beruf und Privatem zu finden. Am leichtesten fällt uns das, wenn wir an der Arbeit Freude haben und dann am Abend noch Energie haben für unser Privatleben.
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