Fliegen ist nach wie vor der größte Traum der Menschen, der mangels Flügeln wohl nie in Erfüllung gehen wird. Trösten kann eine Fluglizenz, die gleichzeitig auch für gute Arbeitsmarktchancen sorgt.
Temperaturen von über 40 Grad Celsius sind in Phoenix, der Hauptstadt von Arizona, keine Seltenheit. Aber daran hat sich Sebastian Voßhall schon gewöhnt und sitzt an der Flugplanung für den nächsten Tag. Sebastian absolviert einen Nachwuchsflugzeugführer- Lehrgang (NFF-Lehrgang) bei der Lufthansa AG. Und wenn alles gut läuft, hält er in ungefähr einem Jahr die Berufsflugzeugführer-Lizenz CPL(A)/IR und die Airline Transporter Pilot License (ATPL) in den Händen: „Der Schritt vom Fußgänger zum Verkehrspiloten innerhalb von 23 Monaten bedeutet zwar viel Arbeit und viel Lernen, aber man hat ein tolles Ziel vor Augen", sagt er.
Die Flugberechtigung ist für viele ein Traum, aber Gerüchte um die Bewerbungsvoraussetzungen an Flugschulen schrecken ab. Ein beliebtes Ammenmärchen behauptet etwa, Piloten müssten 100 Prozent Sehstärke vorweisen können. Innerhalb der vom Luftfahrtbundesamt (LBA) definierten Voraussetzungen gibt es bundesweit keine einheitlichen berufsspezifischen Tests. Die Details unterscheiden sich genauso von Flugschule zu Flugschule wie später die Einstellungstests von Airline zu Airline.
Kein Grund, zurückzuschrecken
Gunnar Carino, Ausbildungsleiter bei com:fly, fasst das dortige Prozedere zusammen: „An erster Stelle steht die flugmedizinische Untersuchung, das so genannte Medical. Dann benötigen wir noch einen Nachweis über Kenntnisse in Mathe, Physik und Englisch sowie einen Auszug aus dem Verkehrszentralregister.“