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Abitur nachmachen auf dem zweiten Bildungsweg

Lieber spät als nie

Früher an der Schule hat es mit dem Abi nicht geklappt? Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen: Am Abendgymnasium, dem Berufskolleg oder sogar über Online-Kurse kannst du dein Abitur oder einen anderen Schulabschluss nachholen. Daniel Schwitzer

© Thomas Max Müller / pixelio.de

Warum das Abi nachmachen?

Weil einem mit dem höchsten Schulabschluss alle Möglichkeiten der höheren Bildung offen stehen. Zwar kann man heute unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur studieren, allerdings nicht zwangsläufig jedes Fach und nicht an jeder Hochschule. Auf der sicheren Seite bist du nur mit dem Abiturzeugnis.

 

Berufsbegleitend oder Vollzeit

Viele Bildungsgänge zum Nachholen von Schulabschlüssen (man spricht auch vom Zweiten Bildungsweg) finden berufsbegleitend statt. Das heißt, selbst wenn du schon im Beruf stehst, hast du die Möglichkeit, abends nach der Arbeit die Unterrichtseinheiten zu besuchen und die Prüfungen zu absolvieren. Natürlich gibt es auch Vollzeit-Bildungsgänge, die tagsüber stattfinden. Das Problem: Da Bildung nicht zentral vom Staat verwaltet wird, gibt es keinen deutschlandweit einheitlichen Weg, das Abitur oder einen anderen Schulabschluss nachzuholen. Jedes Bundesland hat seine eigenen Bildungseinrichtungen für Erwachsene und seine eigenen Regularien. Im Folgenden einige Beispiele. Genauere Infos erhältst du beim Schulministerium deines Bundeslandes.

 

Schulen für Erwachsene

  • Abendgymnasium: Vorausgesetzt werden meist der Hauptschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. drei Jahre Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 19 Jahren. Der Weg zum Abitur dauert je nach Vorbildung zwischen zweieinhalb und vier Jahren. In manchen Ländern ist der Besuch eines Vorkurses verpflichtend. Der Unterricht am Abendgymnasium findet – wie der Name schon sagt – abends statt und kann berufsbegleitend absolviert werden.
  • Kolleg: Hier wird tagsüber und in Vollzeit gelernt. Das Kolleg richtet sich an Menschen mit Realschulabschluss und fertig absolvierter Berufsausbildung, die schon einmal im Arbeitsleben standen und sich nun höher qualifizieren wollen. Auch eine längere Phase der Arbeitslosigkeit kann genutzt werden. In der Regel hat man nach drei Jahren das Abi in der Tasche.
  • Fernabitur: Im Gegensatz zu Kolleg und Abendgymnasium sind die angehenden Abiturienten hier nicht an einen festen Lernort oder an fixe Unterrichtszeiten gebunden. Flexibilität ist Trumpf! Jeder arbeitet das Studienmaterial in seinem eigenen Tempo von zu Hause aus durch und erscheint nur zu den Prüfungen im Fernlehrinstitut. Natürlich brauchst du für diese Art des Studiums ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin. Und: Die Fernabi-Lehrgänge kosten allesamt Geld.
  • Berufskolleg: Am Berufskolleg können in manchen Bundesländern sowohl Schul- als auch Berufsabschlüsse erworben werden – jeweils alleine oder im Doppelpack. Jugendliche mit Realschulabschluss haben die Möglichkeit, in zwei- bis dreijährigen Bildungsgängen die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erlangen. Inklusive Berufsabschluss dauert das Programm drei (FH-Reife) bzw. bis zu vier Jahre (Abitur).
Keyterms:
 
BerufsorientierungAbiturSchulabschlussBerufskolleg

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