"Ausprobieren muss erlaubt sein"
Michael Steinbrecher moderiert seit knapp 20 Jahren das "Aktuelle Sportstudio" und ist seit 2009 Professor an der TU Dortmund. Als Messepate der EINSTIEG Abi in Dortmund rät er Jugendlichen, bei der Berufsorientierung nicht in Hektik zu verfallen.Stefan Moskopp

Michael Steinbrecher ist nicht nur TV-Moderator, sondern auch Professor für Journalistik an der TU Dortmund.
EINSTIEG: Herr Steinbrecher, wann hatten Sie mehr Lampenfieber, bei Ihrem ersten Auftritt als Moderator des Sportstudios oder bei Ihrer ersten Vorlesung als Professor an der TU Dortmund?
Steinbrecher: Ich war vor beiden Anlässen zwar angespannt, habe mich aber jeweils auf den Tag gefreut. Das Entscheidende dabei ist, dass man sich gut vorbereitet fühlt.
EINSTIEG: Sie unterrichten im Fach Fernseh- und Videojournalismus, worauf kommt es Ihnen dabei besonders an?
Steinbrecher: Auf das, was das "Dortmunder Modell" genannt wird, das dem Studium am Institut für Journalistik zugrunde liegt: die Integration von Theorie und Praxis. Wir wollen die Studierenden möglichst realitätsnah in allen Medien auf das Berufsleben vorbereiten und gleichzeitig wissenschaftlich ausbilden.
EINSTIEG: Sie leiten das Medien-Projekt "nrwision", bei dem auch Schüler mitmachen können. Was verbirgt sich dahinter?
Steinbrecher: "nrwision" ist Teil eines Pilotprojekts der Landesanstalt für Medien, ein landesweiter Fernsehsender, der im digitalen Kabel ausgestrahlt wird und bei dem jeder mitmachen kann – vom Hobbyfilmer bis zum angehenden Profi. Ein Ort zum Experimentieren und Dazulernen, denn jeder, der mitmacht, bekommt von uns ein professionelles Feedback.
EINSTIEG: Sie kamen 1987 als Volontär zum ZDF, was sind aus Ihrer Sicht seitdem die größten Veränderungen im Fernsehjournalismus?
Steinbrecher: Früher arbeiteten die Medien völlig getrennt voneinander – hier das Fernsehen, da der Hörfunk, dort die Zeitung. Heute leben wir im "crossmedialen Zeitalter". Journalisten, die in mehreren Medien denken und arbeiten können, sind gefragt, weil sich alles, nicht zuletzt durch das Internet, immer mehr durchdringt und die Grenzen fließender werden.
EINSTIEG: Journalist und insbesondere Sportjournalist ist trotz des Mangels an Stellen noch immer ein Traumberuf für viele junge Menschen. Was raten Sie diesen?
Steinbrecher: Den Traum wahrzumachen, Erfahrungen zu sammeln und auf eine solide Ausbildung zu setzen.
- Journalistentalkrunde: "Man kann nicht alles googlen"
- Journalism and Bionics in Kleve: Vermittler zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
- Beruf Videojournalist: Einer für alles
- Medienkommunikation & Journalismus in Köln: Berufsziel: Medienmacher
- Journalismus Ausbildung: Karla Kolumna hoch zehn

