Karriere verpflichtet
Wie im zivilen Berufsleben auch studieren die weiblichen Offiziere eher Geistes- oder Wirtschaftswissenschaften und halten sich von den technischen Fächern fern, doch grundsätzlich stehen ihnen seit 2001 alle Laufbahnen offen. Nur bei den Spezialkräften, wo die körperlichen Anforderungen so hoch sind, dass auch schon so mancher Mann am Einstellungstest gescheitert ist, hat sich bislang noch keine Frau beworben. Auch der künftige Medizinstudent David weiß, was da verlangt wird: "KSK (Kommando Spezialkräfte) würde mich schon interessieren, aber ich glaube nicht, dass ich das schaffe. Ausprobieren will ich es auf jeden Fall!"
Doch was müssen Bewerber – egal ob männlich oder weiblich – mitbringen, um beim Militär Karriere zu machen? Auf jeden Fall sollten sie teamfähig sein, schließlich arbeiten sie die ganze Zeit mit Menschen zusammen. Außerdem müssen vor allem die Offiziersanwärter bereit sein, früh Verantwortung zu übernehmen, denn sie sind schon nach einem halben Jahr für die Grundausbildung ihrer Kollegen mitverantwortlich. Und wer die Doppelbelastung von fachlicher und militärischer Ausbildung hinbekommen will, muss zudem leistungsfähig sein, auch körperlich.
Wer all das mitbringt, kann sich für die Offiziers- oder Feldwebellaufbahn bewerben, je nachdem, ob er studieren oder eine Ausbildung machen möchte. Für beide Laufbahnen müssen die Bewerber erst einmal einen Einstellungstest bestehen, der neben körperlichen Tests auch eine Art Assessment-Center vorsieht. Nach Gruppenübungen, Eignungstests und einem Intelligenztest, kommen sie auch noch auf die Couch: Das einstündige Gespräch mit einem Psychologen stellt laut Wehrdienstberater Friedel die größte Hürde dar: "Da zählt die Persönlichkeit, und man muss ganz offen sagen, dass nicht jeder für eine Karriere bei der Bundeswehr geeignet ist!"
Arbeitgeber Bundeswehr in Zahlen
• mehr als 50 Ausbildungsberufe
• 25 Studiengänge an zwei Bundeswehrhochschulen; zusätzlich Pharmazie und Medizin an zivilen Hochschulen
• Berufs- und Zeitsoldaten insgesamt: 200.000
• Frauenanteil: derzeit 16.000, das entspricht 9 Prozent; Zielvorgabe sind mindestens 15 Prozent
- Interview mit Nationalspielerin Bianca Rech: „Man muss auch gucken, was nach dem Fußball kommt“
- Steffens UNIversum vom 21.12.2010: Soldat
- "Erfolgreich bewerben bei Polizei, Bundeswehr und Zoll" – Claus Peter Müller-Thurau: Tests bis zum Abwinken
- Mathematical Engineering in München: Für Mathe-Asse
- Offizierin zur See: "Seefahrt ist von Technik geprägt, nicht von Romantik"


