"Ein bisschen Buch ist immer dabei"
Seit eineinhalb Jahren lernt Oskar Rauch in der Münchener Verlagsgruppe Random House alles über die Buch- und Verlagsbranche. Wir haben den zukünftigen Medienkaufmann Digital und Print gefragt, was er an seiner Ausbildung am spannendsten findet.

Oskar Rauch absolviert eine Ausbildung zum Medienkaufmann Digital und Print in einem Münchener Verlag.
EINSTIEG: Liest du so gerne, oder wie bist du darauf gekommen, Medienkaufmann zu werden?
Rauch: Bücher interessieren mich einfach. Schon vor meiner Ausbildung habe ich ein Praktikum im Lektorat bei Heyne gemacht. Dort habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit im Verlag Spaß macht und mich dann für eine Ausbildungsstelle beworben.
EINSTIEG: Was sind die Hauptinhalte deiner Ausbildung?
Rauch: Ich durchlaufe alle Abteilungen des Verlags. Das schließt ganz unterschiedliche Bereiche mit ein – beispielsweise Lektorat, Buchhaltung, Vertrieb und Personal – wobei die Schwerpunkte je nach Verlag variieren
können.
EINSTIEG: Mit welchen Medien beschäftigst du dich?
Rauch: Im Mittelpunkt steht eindeutig das Buch, aber ich habe auch mit elektronischen Medien zu tun. So ist das Onlinemarketing, insbesondere in Sozialen Netzwerken, in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, und im Augenblick wächst der E-Book-Bereich sehr schnell. Deshalb wurde auch 2006 die frühere Ausbildung zum Verlagskaufmann durch das umfassendere Berufsbild Medienkaufmann Digital und Print ersetzt.
EINSTIEG: Inwieweit hast du denn überhaupt noch mit Büchern zu tun?
Rauch: Ein bisschen Buch ist immer dabei,auch wenn man in Bereichen wie Personal und Finanzen weniger direkt damit zu tun hat. Im Lektorat prüft man dagegen tatsächlich Manuskripte. Und auch der Presseabteilung und im Vertrieb sollte man zumindest wissen, worum es in den aktuellen Titeln geht.
EINSTIEG: Was sollte jemand mitbringen, der Medienkaufmann werden möchte?
Rauch: Man darf vor lauter Medien nicht vergessen, dass es sich um eine kaufmännische Ausbildung handelt. Um Rechnungswesen und Buchhaltung kommt man nicht herum. Wer hier schon Vorkenntnisse aus der Schule mitbringt, wird sich leichter tun. Hexenwerk ist aber auch das nicht!
EINSTIEG: Und was macht dir am meisten Spaß an deinem Job?
Rauch: Manchmal hat man Glück und ist dabei, wenn die Vorstellung des neuen Verlagsprogramms, ein Besuch in einer Buchhandlung oder ein Treffen mit einer Werbeagentur ansteht. Solche Termine sind besonders spannend.
EINSTIEG: Hast du schon Pläne für die Zeit nach der Ausbildung?
Rauch: Im Anschluss möchte ich mir in einem geisteswissenschaftlichen Studium ein Fachgebiet suchen. Eine solche Spezialisierung kann zum Beispiel für das Lektorat nützlich sein, wo es viele Bewerber auf wenige Stellen gibt. Außerdem hat sich jetzt schon ein beträchtlicher Stapel ungelesener Bücher angesammelt, den gilt es abzutragen.
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