Reif für die Bühne
Wer hat nicht schon mal davon geträumt, Filmstar zu werden oder sich von einem begeisterten Publikum auf der Bühne feiern zu lassen? Ob das für immer ein Traum bleiben wird, hängt nicht nur von Talent und Glück, sondern auch von der Qualität der Ausbildung ab.Annette Kamps
Es gibt in Deutschland keine einheitliche, öffentlich geregelte Schauspielausbildung, sie kann entweder an Berufsfachschulen, Berufskollegs und Fachakademien oder durch ein Studium an einer Kunsthochschule erfolgen. Der sicherste Weg, unprofessionellen
Anbietern aus dem Weg zu gehen, ist der Besuch einer der 13 staatlichen Schulen. Doch nur die wenigsten schaffen den Zugang zu diesen begehrten Talentschmieden, denn nicht selten streiten sich 800 Bewerber um zehn bis zwölf Studienplätze. Eine gute Alternative bieten die rund 65 privaten Schauspielschulen – wer hier vorspricht, hat weniger Mitbewerber zu befürchten, muss aber mit einem monatlichen Schulgeld zwischen 180 und 450 Euro rechnen. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass die Schule staatlich anerkannt und Mitglied des Interessenverbandes Deutscher Schauspieler (IDS) ist.
Spielen und improvisieren
Für staatliche wie private Schulen gelten die gleichen Bewerbungskriterien: Interessenten sollten physisch und psychisch belastbar sein, mindestens einen Realschulabschluss haben und nicht älter als 25 sein. Wer diese Voraussetzungen erfüllt und vor allem Talent mitbringt, hat gute Chancen die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Die allseits gefürchtete Prüfung läuft an den meisten Schulen ähnlich ab und erstreckt sich über mehrere Tage, an denen die Bewerber drei bis vier kurze Rollen szenisch vorführen müssen. Meist wird eine klassische Rolle verlangt, dazu etwas Modernes und ein frei gewählter Text von jeweils zwei bis fünf Minuten Länge.
Um Anfängern die Angst vor dem Vorsprechen zu nehmen, hat die Alanus Hochschule Alfter nun das 20-seitige kostenlose eBook "Tipps zum Schauspielstudium" herausgegeben. Es beantwortet die dringendsten Fragen wie: Was wird erwartet? Was muss ich vorbereiten? Wie sieht eine Aufnahmeprüfung aus?Außerdem werden Tipps zur Rollenauswahl, zum Vorsprechen und für die Aufnahmeprüfung gegeben.
Auch die schriftliche Auseinandersetzung mit einer der Rollen ist üblich, ebenso eine überzeugende Begründung des Berufswunsches. Wer die erste Hürde genommen hat, muss noch sein Improvisationstalent unter Beweis stellen, bevor eine Jury über Aufnahme oder Absage entscheidet. Die Ausbildung an einer Theaterschule dauert drei bis vier Jahre und wird mit der so genannten Bühnenreifeprüfung abgeschlossen. Bei der Wahl der Schule sollte man darauf achten, dass diese den Ausbildungsrichtlinien des Berufsverbandes IDS folgt, wonach sich die Ausbildung in den ersten beiden Jahren auf das Medium Bühne und die Grundlagen der Schauspielkunst konzentriert: Darstellung, Stimmbildung und Sprechtraining, Tanz und Akrobatik. Theoretische Inhalte wie Theater- und Dramengeschichte, ästhetische Konzepte und Vertragsrecht begleiten dabei die praktischen Übungen.
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