Mission possible
38 Jahre ist es her, dass der letzte Mensch einen Fuß auf den Mond setzte. Doch plötzlich ist das Interesse am Erdbegleiter wieder groß, sogar über eine deutsche Mission wird spekuliert. Wir setzen den Spekulationen ein Ende – und fliegen zum Mond.Robert Piterek
018 – das deutsche Raumfahrzeug "Max Planck" steht auf dem europäischen Raumflughafen Kourou in Französisch-Guyana zum Start bereit. Es ist eine gewaltige Trägerrakete, an deren Spitze das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit auf den Einsatz wartet. Ziel der Mission ist es, einen Kommunikationssatelliten in eine Mondumlaufbahn zu bringen und anschließend eine Fähre mit einem Forschungsroboter an Bord sanft auf dem Mond zu landen. Läuft alles nach Plan, wird der Satellit präzise Bilder der Mondoberfläche zur Erde funken und der Roboter neue Erkenntnisse über die Atmosphäre und Struktur des weitgehend unerforschten Erdtrabanten liefern.
In Deutschland ist seit der Entscheidung für die Mondmission eine wahre Raumfahrteuphorie ausgebrochen. Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studienfächer haben regen Zulauf und deutsche Schüler fiebern den ersten Daten vom Mond entgegen, die sie im Rahmen eines Forschungsprogramms des Bildungsministeriums mit auswerten dürfen.
Vorzeigeprojekt Mondlandung
2010 – den Auftrag für den Bau des unbemannten Raumschiffs erhält EADS Astrium. Das Raumfahrtunternehmen hatte bereits das 2008 in Betrieb genommene Forschungslabor Columbus für die Internationale Raumstation ISS konstruiert. Nach Willen der Bundesregierung soll die Mission nicht nur der Erforschung des Mondes dienen, sondern auch Deutschlands Spitzenposition bei europäischen Mondlandemissionen sichern: Um die Stärken der deutschen Raumfahrtindustrie unter Beweis zu stellen, bindet EADS Astrium bei der Herstellung von Hitzeschutzsystemen, Steuerungssystemen und Antriebskomponenten so viele deutsche Zulieferer wie möglich ein – unter ihnen MT Aerospace, Otto Fuchs und Carl Zeiss Optronics. Doch auch andere europäische sowie amerikanische Unternehmen steuern Technologien und Know-how für die Mission bei.
In Kourou rückt der Starttermin näher und die Spannung steigt. Doch die Verantwortlichen im Kontrollzentrum verzögern den Countdown wegen einer Wetterwarnung.
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