Einer für alles
Eine spezielle Ausbildung zum Videojournalisten hat der 27-Jährige nicht durchlaufen. In seinem Studium erhielt er zwar einen Einblick in die journalistische Arbeitsweise. Doch viele Kenntnisse eignete er sich privat an, vor allem das nötige technische Handwerkszeug in Sachen Kameraarbeit und Videoschnitt. Sein Weg in den Beruf ist nicht ungewöhnlich: Zwar gibt es inzwischen einige Ausbildungsgänge an Berufsfachschulen und Bachelor-Studiengänge an Fachhochschulen, doch letztlich ist meist ein Praktikum das Einstiegstor in die Branche. Eigene Aufträge erhielt Thomas so bereits während seines Studiums. "Als ich merkte, dass ich davon leben könnte, habe ich nach dem Uni-Abschluss einfach als Videojournalist weitergearbeitet."
Arbeiten auf Abruf
Nach dem Studium direkt in die Selbstständigkeit – das klingt nach einem Risiko, ist in einer Branche ohne viele Festanstellungen aber der Regelfall. Als Videojournalist ist man auf mehrere Auftraggeber angewiesen, im Arbeitsalltag sind daher Organisationsvermögen und Flexibilität gefragt. Thomas erfährt meist erst kurzfristig, wann er wo arbeiten soll. Danach beginnt zunächst die journalistische Arbeit: Er recherchiert, setzt die Schwerpunkte seines Themas und formuliert entsprechende Fragen. Dann begibt er sich mit seiner Kamera auf Bilderjagd. Anschließend spielt er das aufgezeichnete Material auf seinen Rechner und schneidet es zurecht.
"Jeden Tag ins Büro zu gehen, das wäre nichts für mich"
Bei aller Begeisterung sieht Thomas seinen Job durchaus kritisch: "Die Qualität der Beiträge leidet darunter, dass man allein unterwegs ist. Die TV-Sender wissen das, können aber damit leben." Kaum verwunderlich, schließlich sparen sie sich durch Videojournalisten gleich mehrere teure Fachkräfte. "Videojournalisten werden gemessen an ihrer Leistung von den meisten Anstalten nicht korrekt bezahlt", findet Thomas dann auch. Das "Sommerloch" der fußballfreien Zeit übersteht er, indem er sich ein bisschen vom verdienten Geld zur Seite legt.
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