Erasmus ist beliebter denn je
Auslandsaufenthalte mit Unterstützung durch ERASMUS-Stipendien erfreuen sich weiterhin größter Beliebtheit: Mehr als 213.000 Studierende traten im Hochschuljahr 2009/10 via für ein Studium oder ein Praktikum den Weg ins Ausland an – ein neuer Rekord.

Mehr junge Leute als je zuvor nutzten 2009/10 ein Erasmus-Stipendium für einen Auslandslandsaufenthalt. © schachspieler / aboutpixel.de
Im Hochschuljahr 2009/10 haben mehr Menschen mit der Hilfe von Erasmus-Stipendien einen Auslandsaufenthalt unternommen als je zuvor. Über 213.000 junge Leute entschieden sich nach Angaben der EU-Kommission dazu, mit Hilfe der finanziellen Förderung des internationalen Mobilitätsprogramms einen Teil ihres Studiums oder ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Damit stieg die Zahl der Erasmus-Stipendiaten im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent. Vor allem Praktika in ausländischen Unternehmen gewannen an Beliebtheit: Über 35.000 Studierende nahmen diese Möglichkeit wahr – 17,3 Prozent mehr als im vorherigen Jahr. Doch auch die Zahl derjenigen, die für ein oder mehrere Semester an eine ausländische Hochschule wechselten, stieg um 5,4 Prozent.
Mehr Stipendien = kleinerer Förderbetrag
Die Kehrseite der Medaille: Die neuen Rekordzahlen machten sich auch in den Förderungsbeiträgen bemerkbar. Dadurch, dass mehr Studierende die Erasmus-Förderung in Anspruch nahmen, sank der durchschnittliche monatliche Mobilitätszuschuss um 7 Prozent bzw. 18 Euro auf ca. 254 Euro.
Spanien ist das beliebteste Reiseziel
Die meisten Auslandsreisenden zog es wie schon im Vorjahr nach Spanien, doch auch Frankreich und Großbritannien sind attraktive Anlaufstellen für internationale Studierende. Die meisten Erasmus-Studenten stammen aus Spanien, dicht gefolgt von den Franzosen und den Deutschen. Auch interessant: Eine klare Mehrheit der Erasmus-Reisenden ist weiblich (61 Prozent) und nach Studienfächern geordnet waren Studierende aus den Geistes-, Sozial-, Wirtschafts-, und Rechtswissenschaften am reisefreudigsten – zusammengenommen machen sie mehr als zwei Drittel aller Erasmus-Studierenden aus.
Das bereits 1987 initiierte ERASMUS-Programm ist das weltweit bekannteste Mobilitätsprogramm der Europäischen Union. Es ermöglicht Studierenden ein Auslandsstudium und seit kurzem auch Auslandspraktika in 33 teilnehmenden Ländern – neben den 27 EU-Mitgliedsstaaten auch Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei.
- Studiengebühren in Europa: Sparstudium oder Uni de Luxe?
- Finanzierung eines Auslandsstudiums: Wie zahl' ich das bloß?
- Bafög, Studienkredit, Nebenjob und andere Quellen zur Studienfinanzierung: Woher kommt das Geld fürs Studium?
- Stipendien und Stiftungen in der Übersicht: Nicht nur für Überflieger
- Katja Christ & Jörn Fischer: "Internationale Freiwilligendienste – Lernen und Helfen im Ausland": Freiwillig im Ausland
