Wer verdient was?
Wer eine Ausbildung macht, der verdient das erste eigene Geld. Doch wie viel ist das eigentlich? Die sogenannte Ausbildungsvergütung variiert und kann zwischen 322 und 1.379 Euro liegen - je nach Lehrjahr, Branche und Region.
322 Euro monatlich – so viel verdient ein Auszubildender im ersten Jahr im privaten Verkehrsgewerbe Thüringen, wohingegen Auszubildende im vierten Ausbildungsjahr im Bauhauptgewerbe West 1.379 Euro im Monat verdienen. Das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hat Tarifverträge in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen ausgewertet und verglichen. Ergebnis: Die Höhe der tariflich geregelten Ausbildungsvergütung ist nicht nur je nach Branche und Lehrjahr verschieden, sondern es gibt auch regionale Unterschiede.
Zwar gibt es innerhalb der Branchen zum Teil bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütungen (z.B. bei Banken und Versicherungen), es gibt jedoch auch große regionale Unterschiede. Wenn man das dritte Ausbildungsjahr als Grundlage nimmt, liegen diese regionalen Unterschiede je nach Wirtschaftszweig zwischen 78 und 338 Euro im Monat, was häufig mit einem West-Ost- oder auch Süd-Nord-Gefälle verbunden ist. Fällt so beispielsweise der regionale Unterschied in der Metall- und Elektroindustrie zwischen NRW (884 Euro) und Baden-Würrtemberg (962 Euro) mit 78 Euro relativ gering aus, so lassen sich beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe zwischen Bayern mit 789 Euro im Monat und Mecklenburg-Vorpommern mit 520 Euro monatlich deutliche Unterschiede in der Höhe der Ausbildungsvergütung erkennen.
Was die Steigerung der Ausbildungsvergütungen im Vergleich zum Vorjahr angeht, so sind diese überwiegend zwischen gut einem Prozent (öffentlicher Dienst) und gut 12 Prozent (Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie Sachsen) gestiegen. Jedoch gab es nicht in allen Tarifbereichen Steigerungen.
Übrigens: Das WSI-Tarifarchiv bietet einen kostenlosen Online-Service zu den Ausbildungsvergütungen an. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen können nach Ausbildungsjahren gegliedert für 26 Wirtschaftszweige und Tarifbereiche abgerufen werden.
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