Claudia in China (2): Besuch in Shanghai

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creich schrieb am 15. September 2008 um 15:36 Uhr

Die Stadt Wuxi (links) hat Claudia "Smog City" getauft. Shanghai mit seinem französischen Viertel (rechts) gefällt ihr besser

 


Nimen hao, liebe Blog-Leser!

Seit einer Woche bin ich nun in China, und es kommt mir  vor, als wäre ich schon ewig hier. Und das, obwohl mein Arbeitsalltag noch gar nicht angefangen hat!
Da ich erst morgen meine erste Vorlesung haben werde, schreibe ich an dieser Stelle vom Leben in Wuxi und meinem ersten Ausflug nach Shanghai.

 

Wuxi lässt sich kurz beschreiben. Es ist Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt, die 180 Kilometer von Shanghai entfernt liegt, und ich würde lügen, würde ich behaupten, dass es hier schön sei.
Meine Arbeitskolleginnen und ich nennen unser Zuhause auf Zeit "Smog City". Bis auf unsere Arbeit und Besuche in Restaurants gibt es hier nichts besonderes - mit Ausnahme des Bahnhofs. Den haben wir am Freitag direkt "gestürmt", um nach Shanghai zu kommen. Die große Entfernung ist mit einem so genannten D-Train in gerade mal einer Stunde zu überbrücken, und das kostet umgerechnet weniger als fünf Euro. Dafür reist man klimatisiert, sauber und schnell. In Shanghai haben wir dann in einem Hostel geschlafen, dass wirklich traumhaft schön ist. Super sauber, mit Innenhof, Kaffee (Kaffee gibt es hier nur selten, und wenn es ihn gibt, schmeckt er nicht immer wie einer) und netten Leuten. Meine Arbeitskolleginnen Rebecca und Cynthia, die auch an der iVWA unterrichten und aus Köln kommen, hatten schon letzte Woche in diesem Hostel übernachtet, und so hatten wir auch direkt "Bekannte", mit denen wir die Zeit verbringen konnten.
Wer jetzt denkt, dass Shanghai aufgrund seiner Größe "Smog City" in Sachen Dreck und Lärm noch übertreffen muss, der irrt sich. In Shanghai ist die Luft besser, man sieht den Himmel (wenn es nicht regnet) und es ist ruhiger, weil der Verkehr ohne Huperei geregelt wird. Auch die Grünflächen sind in Shanghai großzügiger angelegt, und wer sich wie zuhause fühlen möchte, der muss nur in das Französische Viertel fahren. Dort gibt es sogar Bäckereien und eine Creperia!
Außerdem ist Shanghai viel internationaler. Man kann sich auf der Straße bewegen, ohne von jedem angegafft zu werden, was einen in Wuxi schon manchmal aggressiv machen kann. Die Internationalität macht besonders beim Feiern Spaß, weil man schnell neue Leute kennen lernt, mit denen man am nächsten Tag dann zusammen die Stadt erkunden kann. Auffällig ist, dass viele zum Studieren nach Shanghai kommen. Die Chinesisch-Studiengänge scheinen gut besucht zu sein.
Dieses Wochenende war übrigens direkt etwas besonderes: Die Chinesen feiern gestern und heute das so genannte Mondfest. Dabei handelt es sich um ein Familienfest, bei dem ganz China auf den Beinen ist, um Verwandte zu besuchen und kleine Mondkuchen zu überreichen. Sinn des Festes sind das Teilen und das Zusammensein. Von uns Mädels hat sich keiner getraut, diese Mondkuchen zu probieren. Wir sind mit dem Essen hier noch nicht so ganz warm geworden, was sich aber schon mehr und mehr einpendelt.
Heute muss ich dann den Tag damit verbringen, meine Vorlesungen für die nächste Woche vorzubereiten. Bin sehr gespannt, wie die Studenten hier so sind und werde euch nächste Woche davon berichten.

 

Zai jian, Claudia


 

5 Kommentare für »Claudia in China (2): Besuch in Shanghai«

Aruana schrieb am 17. September 2008 um 17:57 Uhr

Ich finds jedes Mal wieder Wahnsinn, dass manche Städte in China wirklich so aussehen. Man hats ja bei den Olympischen Spielen mitbekommen und auf den Fotos von Wuxi jetzt hier sieht mans auch, aber ich kanns mir einfach irgendwie nicht vorstellen....
Was genau sind denn Mondkuchen? Und was hast du denn an Essen schon probiert, das du eher gewöhnungsbedürftig gefunden hast? In China gibts ja wirklich die interessantesten Sachen mit Schnecken und winzigen Eiern von Tieren, bei denen denke ich jeder, der das aus seinem eigenen Land nicht kennt, spektisch sein dürfte ^__^

Bin gespannt auf die Vorlesungen. Man hör ja so allerlei von den chinesischen Unis :)

Amilie schrieb am 17. September 2008 um 21:59 Uhr

Als ich diesen Blog- Kommentar gelesen habe, musste ich sofort an eines meiner Lieblingsbücher denken.
"Briefe in die chinesische Vergangenheit". In dem Buch beschreibt der Hauptcharakter, ein Chinese, der in unsere heutige Zukunft gezeitreist ist, wie er unsere Gesellschaft und alle möglichen Sehnswürdigkeiten empfindet.
Das ist superwitzig, denn er kann die einzelnen Begriffe nicht richtig aussprechen. Und so wird der bekannte Champagner Moet zu Mo de Chongdong!
Auf jeden Fall beschreibt er Sehnswürdikeiten hier in Deutschland mit einigen bei sich zu Hause.

creich schrieb am 18. September 2008 um 14:23 Uhr

Hey Aruana,

cool, dass du den blog so verfolgst. Also Mondkuchen sind rund und haben ein bestimmtes Ornament aufgedruckt. Dann süßer Teig, wie beim Kuchen... nur die Füllung is halt difficult ;)
Also, was meine "Testfreude" an außergewöhnlichem Essen angeht... die hält sich in Grenzen. Aber du wirst hier halt an jeder Straßenecke mit solchen Sachen konfrontiert. Direkt vor meinem Appartmenthaus is bspw. ein Restaurant und ich muss jeden Morgen auf dem Weg zum bus bei denen ám Schaufenster vorbei laufen, wo die Aquarien mit Schildkröten undrichtigen Kröten drin haben. Geil sind auch die Tiershops in Shanghai. Da mach ich morgen mal Fotos von...

Was aber wirklich Spaß macht an dem Essen hier is bspw, dass es überall diese typischen Miniläden gibt... so Nudelküchen. Da is auch eine direkt gegenüber von mir und die machen deine Nudeln dann vor deinen Augen von Hand und die kosten nur 60ct. Das is hammer lecker... Was an Fleisch verwendet wird, darf man einfach nicht fragen. Letztens hab ich Hänchen bestellt und dann einen Haufen Knochen mit Fleisch bekommen... nich fragen, essen ;)

Nach fast zwei Wochen macht der Magen dann auch alles mit ;)


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