Claudia in China (1): Nimen hao!

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creich schrieb am 08. September 2008 um 10:12 Uhr

Nimen hao liebe Community,

 

willkommen zu meinem Blog, in dem ich euch während der nächsten vier Monate aus China berichten werde! Heute geht es los: Der Flieger startet um 14:40 Uhr am Frankfurter Flughafen, und nach über zehn Stunden Flug plus Zeitverschiebung komme ich am dann am Morgen des 9. September im Reich der Mitte an - die Lizenz zum Unterrichten im Gepäck.

 

Unterrichten? Ja, richtig gelesen. Die nächsten vier Monate werde ich an der internationalen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie ( www.ivwa.de) als Jungdozentin für Human Resources (Personalwesen) arbeiten. Dabei gehört es zu meinen Aufgaben, Vorlesungen für die chinesischen Studenten abzuhalten, Klausuren zu stellen und Hausaufgaben zu kontrollieren. Schöne Vorstellung, mal nicht derjenige mit der Prüfungsangst sein zu müssen ;-)

 

An schlaflose Nächte wegen Leistungsdruck kann ich mich nämlich noch erinnern. Ich habe letztes Semester mein Diplom gemacht und darf mich nach vier Jahren Studium nun offiziell eine Diplom (FH) Medienwirtin nennen.
Dass ich nun nach China gehe, habe ich einem Dozenten aus meinem Hauptfach zu verdanken, der selbst mehrere Male im Jahr dorthin jettet, um Vorlesungen abzuhalten. Die iVWA rekrutiert jedes Semester Studenten aus Europa und Amerika, die als Tutoren und Jungdozenten an verschiedenen Standorten in China dozieren sollen. Der erste Kontakt wird dabei über eine Empfehlung hergestellt. Aus meiner Empfehlung hat sich dann ein handfester Vertrag entwickelt und nun sitze ich hier auf gepackten Koffern und nervösen Schmetterlingen im Bauch.

 

Arbeiten werde ich an zwei Standorten. Von September bis Anfang Dezember werde ich in Wuxi (ca. 40 Kilometer westlich von Shanghai) leben und schließlich nach Zhuhai, in den Süden von Macau umziehen. Ich erhalte also einen doppelten Kulturschock…
Aber das ist nicht das Einzige, worüber ich euch die nächsten Wochen berichten werde.  Ab heute versorge ich euch jeden Montag mit neuen Infos aus China. Wie verarbeitet man einen Kulturschock? Leben und streben chinesische Studenten anders? Kann man geröstete Skorpione wirklich essen?

 

Fragen und Hinweise könnt ihr übrigens in den Kommentaren zu meinen Blog-Einträgen loswerden, und ein paar weitere Infos über mich und über China findet ihr  hier.  Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

 

Zai jian
Claudia


 

6 Kommentare für »Claudia in China (1): Nimen hao!«

Aruana schrieb am 10. September 2008 um 12:15 Uhr

Hi!
Was mich interessieren würde... unterrichtest du auf Chinesisch oder auf Englisch?
Und: das Unisystem ist in China ja nochmal ganz anders als bei uns. Darüber hast du wahrscheinlich vorher Infos bekommen, oder? War das dann wirklich so, wie dus dir vorgestellt hast, oder nochmal anders? Gehörst du dann auch so richtig zum Dozentenstab dazu und weckst "faule" Studenten in der Früh auf?
Liebe Grüße :)

NipponAngel schrieb am 11. September 2008 um 11:51 Uhr

Hallo! Ich stehe eigentlich eher auf Japan (obwohl ich keider noch nie da war), weil ich mag, wie verrückt die sind. Ist das in China auch so? Mit bunten Haaren und Techno und so?

creich schrieb am 18. September 2008 um 14:04 Uhr

Hey Aruana,

tut mir leid, dass ich erst so spät schreibe, aber leider is meine Internetverbindung nicht immer arbeitswillig und dann is hier der Alltag auch oft so überwältigend, dass man es schlicht und einfach vergisst in seinen Blog zu schauen.
Also, zu deinen Fragen. ich unterrichte auf Englisch. Einen richtigen Dozentanstab gibt es hier nicht wirklich. Ich denke die chinesischen Dozenten sind fest angestellt, aber hier muss niemand die Studenten wecken. Die restlichen Dozenten sind alle befristet für ein Semester oder teilweise auch nur für wenige Wochen hier. Aber man macht auch nicht mehr als ein Dozent an einer deutschen Uni. Unser Bus fährt morgens um 7:00 bei uns vor der Haustür los und um 8:20 Uhr ist die erste Stunde, da läuft das Leben auf dem Campus aber schon in vollem Gange ;)

Was das chinesische Schulsystem angeht hast du Recht, es ist anders als bei uns. Während wir bereits nach der Grundschule oder spätestens nach der 10. Klasse entscheiden können, ob wir Abi machen wollen oder nicht und jeder Abiturient auch studieren gehen kann, regeln die Chinesen das anders. Für die Chinesen gibt es die ersten Jahre ganz normal Schule, so wie bei uns bis zur 10. Klasse so ungefähr, und dann gibt es eine "große" Prüfung. Diese Prüfung geht über mehrere Tage und entscheidet darüber, ob du quasi auf´s Berufskolleg, auf das College, oder die Uni gehen darfst. Hast du diese Prüfung einmal bestanden ist dein Weg relativ vorbestimmt, weil den jeweiligen Abschluss jeder bekommt. Bei uns ander iVWA ist das quasi so... jeder bekommt am Ende sein Zertifikat, nur diejenigen die es nicht verdient haben erhalten keine Note und diejenigen die wirklich bestanden haben bekommen auch eine Note. Das klingt verrückt, hat hier aber was mit dem Gesicht wahren zu tun.
Naja, dementsprechend gibt es Studenten die in der Vorlesung nur schlafen und manche, die echt was drauf haben ;)

Bis zum nächsten Blog
lg


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