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1 Beiträge zum Thema »Blind - Blind«

Blind - Blind

Von Brightstar182 am 09. Mai 2008 um 11:23 Uhr geschrieben:
Blind
»Wir versuchen nicht, amerikanisch zu klingen. Wir wollen nur vermeiden, typisch deutsch zu klingen.«

Die Newcomerband Blind aus Koblenz veröffentlichte im Januar 2008 ihr selbstbetiteltes Debütalbum „Blind“.
Seit 2002 existiert die Band in ihrer heutigen Form und im Gegensatz zu vielen anderen haben die Bandmitglieder nicht den Fehler gemacht, vorschnell ein Debüt zu veröffentlichen, sondern in schweißtreibender Kleinarbeit aus Dutzenden von Songs die Besten ausgesucht. Hilfreich dabei war das unermüdliche Touren, das Blind quer durch ganz Deutschland führte. Die Musiker filmten sich bei Konzertproben, um Schwächen auf die Spur zu kommen und ihre Performance zu perfektionieren. War ein Song nach der Videodurchsicht nicht gut genug, wurde er kurzerhand aus dem Sortiment genommen. Sechs Jahre später veröffentlichen Blind nun die besten Songs, die ihrer Kritik standhielten auf ihrem Debütalbum.
Angefangen von dem mitreißenden Alternativerocker „Jesus only knows“, bis zum mit harten Shouts versehenen „Wake me up“ erhält man den täuschenden Eindruck einer jungen amerikanischen Newcomerrockband, die den Sprung über den großen Teich erfolgreich hinter sich gebracht hat. Weit gefehlt, denn Blind aus Koblenz haben es tatsächlich geschafft ein Album zu veröffentlichen, das durchaus internationalen Maßstäben gerecht wird.
Vom Erscheinungsbild her versuchen Blind durch Kayal und schwarzem Nagellack dem Emo-Hype zu entsprechen, beim Durchhören stellt man jedoch schnell fest, dass es sich bei den Songs eher um härteren Alternative-Rock handelt. Wie lange an den einzelnen Songs gearbeitet wurde, kann man schnell nachvollziehen. Sofort schleichen sich einem die auf Ohrwurm getrimmten, perfekt abgemischten Songs ins Gehör - doch gerade dies ist gleichzeitig der größte Schwachpunkt der CD. Beginnt sie grandios mit dem melodischen „Jesus only knows“ und der ersten Single „Break away“, die mit Pianoeinflüssen und einem mitreißenden Refrain versehen ist, so lässt sie schon beim Fünften Track durch die Allerweltsballade „You“ merklich nach. Nach einigem Hören vermisst man vor allem im Mittelteil der CD die Ecken und Kanten, ohne die manche der Songs kaum von dem heutigen Allerweltsbrei zu unterscheiden sind. „Triple X“, „Ordinary Day“ und „Wake me up“ zum Ende rocken noch einmal richtig und zeigen, dass die Band es durchaus versteht überdurchschnittlich gute Musik zu produzieren. Der Rest des Albums jedoch wirkt zu glatt geschliffen, als haben die Musiker etwas zu lange an den einzelnen Songs auf Massentauglichkeit hin herumgefeilt. Das extrem positive Bild einer so ganz undeutsch klingenden Band, das sich dem Hörer anfangs erschließt, kann so leider nicht bis zum Ende durchgehalten werden. Textlich weiß die Band durchaus an einigen Stellen zu überzeugen, hat jedoch auch leider mehrere Durchhänger ( „I love my car / Even though it's so middle class"). Trotz allem ein wirklich gutes Debütwerk, von einer Band, die noch Luft nach oben hat.

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