Anke Tillmann
Anke Tillmann leitet das Studien- und Ausbildungsportal www.einstieg.com. Darüber hinaus ist sie auf das Thema „Bewerbung“ spezialisiert. Im Rahmen des EINSTIEG Beratungscenters unterstützt sie Schüler und Studenten bei der Gestaltung ihrer Mappe bzw. Online-Bewerbung. workshop(at)einstieg.com
1) Ich schließe im August die Schule mit dem Abitur ab. Gelten die von Ihnen beschriebenen Telefonanrufe etc. auch bei einer Bewerbung für einen Studienplatz? Ich möchte „Internationale Beziehungen“ an der TU Dresden studieren. Es werden sich in diesem Jahr sicher über 800 Bewerber auf 36 Plätze bewerben. Könnte ein Telefongespräch vorab dabei die Chancen steigern?
Mit freundlichen Grüßen
Juliane
Beim Bewerbungsverfahren an Universitäten ist es nicht üblich zum Hörer zu greifen. Das Personal der Uni würde das zeitlich gar nicht hinbekommen. Bereite dich gut auf das Auswahlgespräch vor, für dessen Einladung ich dir schon mal die Daumen drücke. Hier werden Fragen kommen wie: „Was wissen Sie über das Studium? Warum wollen Sie ausgerechnet dieses Fach studieren? Welche Erfahrungen bringen Sie bereits mit? Sind Sie ehrenamtlich tätig? Welche Auslandsaufenthalte haben Sie gehabt? Warum haben Sie sich für unsere Hochschule entschieden? Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Welche berufliche Tätigkeit streben Sie an? Haben Sie Vorbilder?“
2) Ich möchte mich an einer Berufsakademie bewerben, das alles läuft da über ein Online-Bewerbungsformular. Man gibt seine persönlichen Daten an, den gewünschten Studiengang, den Studienbeginn etc. Dann soll man noch einen Lebenslauf anhängen, ein Bewerbungsfoto, das letzte Zeugnis/Abschlusszeugnis und ein Anschreiben. Was genau soll ich denn jetzt noch in das Anschreiben schreiben, alle Angaben sind doch schon vorher gemacht?
Liebe Grüße
Sandra
Im Anschreiben geht es darum, deine Motivation für das Studium zu beschreiben. Außerdem solltest du begründen, warum du für das Fach geeignet bist und welche praktischen Erfahrungen du mitbringst. Die Akademie möchte von dir wissen, warum du dich für sie entschieden hast. An deiner Stelle würde ich versuchen, Kontakt zu Studenten der BA aufzunehmen und sie zu fragen, wie ihr Anschreiben ausgesehen hat. Die Anforderungen sind an jeder Hochschule bzw. Berufsakademie anders. Je mehr du vorher in Erfahrung bringen kannst, desto besser.
3) Ich muss für einige Fachhochschulen einen handschriftlichen, ausführlichen Lebenslauf schreiben, also in einem zusammenhängenden Text, aus dem noch die Studienmotivation hervorgeht. Mache das zum ersten Mal und weiß gar nicht, worauf ich da besonders achten muss ... Können Sie mir weiterhelfen? Danke!
Wenn ein handschriftlicher Lebenslauf verlangt wird, sollte man sich unbedingt daran halten. Grammatikalisch ähnelt das Dokument einem Aufsatz, wie man ihn aus der Schule kennt – die Sätze müssen vollständig sein. Beginne mit deiner Geburt und folge der Chronologie deines Lebens, bis du bei deinem Schulabschluss und aktuellen Praktika oder Nebenjobs angekommen bist. Halte dich an die wichtigen Fakten (Schulausbildung, ggf. Umzüge, Auslandsaufenthalte und praktische Erfahrung) und bleibe in deinen Formulierungen immer sachlich! Mehr als zwei Seiten sollten es nicht werden. Am besten trennst du den Lebenslauf optisch von dem Abschnitt, der deine Studienmotivation erklärt. Sprich hier davon, warum du dich für das Fach und die FH entschieden hast und wie deine beruflichen Pläne nach dem Studium aussehen.
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