Unter der Übeschrift "Die Kunst des Stammelns" veröffentlichte das Magazin "Der Spiegel" am Montag einen Artikel, in dem es um Lehrer und Sprachforscher geht, die das Lernen und Sprechen der englischen Sprache revolutionieren wollen. Sie sagen: Um sich in der globalen Welt verständlich zu machen, braucht niemand perfekte Grammatik und seltene Vokabeln. Gekonntes Parlieren bezeichnen sie als brotlose Kunst, wirklich wichtig sei es dagegen, überall auf der Welt irgendwie verstanden zu werden - und dafür reichten einfachste Grundregeln und ein Wortschatz von gerade mal 1000 Wörtern locker aus.
Einige gehen sogar so weit, zu sagen, dass das Sprechen von perfektem Englisch geradezu ein Nachteil sei: In Ländern, in denen viele Einheimische selbst nur wenige Brocken Englisch beherrschen, komme man mit dem klassischen Schul-Englisch nicht weiter - mit radebrechendem "Global-Englisch" oder "Globalesisch" aber schon, notfalls eben unterstützt durch Gesten und Handzeichen.
Das Ziel der Sprachforscher: Das abgespeckte und leicht erlernbare Englisch soll zu einer Art Weltsprache werden, mit der sich Reisende auch noch im letzten Winkel der Erde irgendwie verständigen können.
Was meint ihr? Ist das eine erstrebenswerte Vision? Sollte man Shakespeare und Co. generell aus dem Englischunterricht an Schulen verbannen und lieber "Globalesisch" lehren? Oder ist der Preis, den man dafür zahlen müsste, nämlich der Verzicht auf Zwischentöne, Wortwitz oder Poesie, zu hoch?
Tipp: Fragt doch mal euren Englischlehrer, was er davon hält und berichtet uns hier im Blog, was er gesagt hat!
Ist doch super! Ich mag englisch gar nicht, und wäre froh, wenn ich nur noch das wichtigste lernen müsste. Man könnte den Englisch-Unterricht ja aufteilen: Einige lernen nur das Grundwissen, und die, die gerne mehr machen möchten, gehen in eine Englisch-Klasse.
Ich denke, dass die Meinung der Sprachforscher den Personalern völlig Wurscht ist. Die wollen bei Englisch Sprachniveau "fließend" sehen und darauf kommt es an.
O tempora, o mores! Das ist mal wieder typisch für unsere heutige Gesellschaft, alles nur noch oberflächlich, alles möglichst schnell - Hauptsache es ist wirtschaftlich genug und bringt ausreichend Rendite. Wie soll eine Gesellschaft eigentlich enden, deren Kultur nur noch aus Vermehrung des Kapitals besteht?
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