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23. September 2008  
Von der Bewerbung zum Vorstellungsgespräch

Gut vorbereitet ist halb nervös

Eine natürliche Ausstrahlung ist die beste Voraussetzung für ein gutes Vorstellungsgespräch. Gar nicht so einfach – erst recht, wenn man Angst vor der ungewohnten Situation hat. Anke Tillmann

©ThomasK./Photocase

Als Daniel Böhm den Umschlag der Commerzbank aus dem Briefkasten fischt, weiß er nicht so recht, was er davon halten soll. Er hat sich für die Ausbildung zum Bankkaufmann beworben. Muss er jetzt mit einer Absage rechnen oder steckt im Umschlag doch die ersehnte Einladung zum Vorstellungsgespräch? Der Gymnasiast hat Glück – die Personalabteilung der Bank schreibt, dass sie ihn kennen lernen möchte. Doch die Freude darüber, die erste Hürde im Bewerbungsverfahren gut gemeistert zu haben, weicht schon bald großer Nervosität: Was kommt im Gespräch auf ihn zu?

 

Das Märchen vom gläsernen Bewerber 

Weit verbreitet ist der Irrglaube, das Vorstellungsgespräch diene der Firma dazu, Bewerber kritisch „auseinanderzunehmen" und sie mit listigen Fangfragen in Verlegenheit zu bringen. Dieses Angst einflößende Szenario entspricht glücklicherweise nicht der Realität. Personalern geht es vor allem um eins: Sie wollen herausfinden, ob der Bewerber zur ausgeschriebenen Stelle passt. Je ungezwungener das Gespräch, desto größer der Informationsfluss. Deshalb liegt es gar nicht im Interesse der Firma, „fiese" Fragen zu stellen. Als Bewerber sollte man sich stets vor Augen halten, dass es sich um ein gegenseitiges Kennenlernen handelt, bei dem man nur das zu erzählen braucht, was man erzählen will. „Leider denken viele Kandidaten bei jeder Frage, die wir stellen, an eine Falle. Dabei interessieren uns wirklich nur die Fakten", sagt Stefanie Meyers, die bei der Commerzbank als Beraterin in der Berufsausbildung tätig ist. Wer sich zu viele Gedanken über vermeintlich tiefenpsychologische Fragen mache, tue sich keinen Gefallen. „Gut gemeinte Ratschläge von Eltern oder aus Bewerbungsbüchern auswendig gelernte Antworten verunsichern Bewerber häufig. Am besten ist es immer, wenn man im Gespräch man selbst ist", empfiehlt Meyers.

 

Infos aus dem Nähkästchen 

Daniel möchte im Gespräch mehr über die Ausbildung erfahren. Damit er seine Fragen nicht vergisst, macht er sich zu Hause Notizen. Außerdem sieht er sich noch mal in Ruhe das Anschreiben und den Lebenslauf an. Denn genau diese Unterlagen wird sein Gegenüber vor sich liegen haben, um im Dialog auf einzelne Punkte des Lebenslaufs einzugehen. Da wäre es peinlich, wenn Daniel nicht mehr genau wüsste, was er geschrieben hat! Zu einer guten Vorbereitung gehört auch, möglichst viel über das ausbildende Unternehmen herauszufinden. Größere Firmen berichten auf ihrer Webseite meist umfangreich über ihre Philosophie, ihre Geschäftsfelder sowie Ausbildungsinhalte.

  1. Teil: Das Märchen vom gläsernen Bewerber
  2. Teil: Der erste Eindruck zählt
  3. Teil: Was werde ich gefragt, was kann ich selbst fragen?