„Bleiben Sie authentisch!"
Was zählt wirklich bei einer Bewerbung? EINSTIEG Abi wollte es genau wissen und hat Personalverantwortliche zur Talkrunde eingeladen: Rolf Büsselmann von Bayer Industry Services, Derina Hollaender vom Fernsehsender Super RTL und Dieter Doetsch von der Sparkasse KölnBonn standen dem Publikum Rede und Antwort.
Frau Hollaender, worauf fällt Ihr erster Blick, wenn Sie eine Bewerbungsmappe auf dem Tisch haben?
Hollaender: Der erste Blick gilt der Form, das heißt, ich will sehen, ob sich der Bewerber Mühe gegeben hat. Man glaubt gar nicht, wie viele Bewerber einfach drei verschmierte Sätze zusammen mit einem Urlaubsfoto schicken. Das lässt dann nur den Schluss zu, dass der Person die Bewerbung nicht wichtig sein kann. Danach geht der Blick auf den Lebenslauf, um zu gucken, ob das Bewerberprofil überhaupt zu der Stelle passt, und dann zum Anschreiben, um zu sehen, was die Motivation für die Bewerbung ist und was sich der Bewerber von der Ausbildung erhofft.
Fällt der erste Blick nicht automatisch auf das Foto?
Hollaender: Wenn das Foto sofort vorne auf dem Deckblatt ist, dann schon. Beim Foto sollte man sich übrigens wirklich Mühe geben und vielleicht auch Geld für einen Fotografen ausgeben. Und bevor man ein Urlaubsfoto nimmt, sollte man lieber gar kein Foto mitschicken.
Büsselmann: Wenn ich etwas ergänzen darf: Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz dürfen Arbeitgeber kein Foto anfordern. Zudem dürfen verschiedene Fragen nicht mehr gestellt werden, zum Beispiel die nach dem Geburtsdatum. Etwa 95 Prozent der Arbeitgeber halten sich aber nicht an das Gesetz – zumindest noch nicht! Bei Bayer halten wir uns natürlich daran, weil wir nicht verklagt werden wollen. Aber eines ist klar, da stimme ich Frau Hollaender zu: Wenn Sie ein Foto schicken, dann investieren Sie ein paar Euro in die Qualität.
Hollaender: Da das Gesetz noch relativ neu ist, fahren Sie im Zweifel besser damit, wenn Sie ein Foto mitschicken. Wir laden auch Leute ein, die kein Foto geschickt haben. Allerdings finde ich das Foto immer noch eher förderlich, weil es die Bewerbung persönlicher macht und man ein rundes Bild vom Bewerber bekommt.
Doetsch: Ich würde sagen, heutzutage gehört ein Foto immer noch dazu. Ich persönlich akzeptiere auch ein ausgedrucktes Foto, wenn der Ausdruck qualitativ gut ist.
Wie viele Rechtschreibfehler können Sie verzeihen?
Hollaender: Na ja, sagen wir mal, zwei! Aber das dürfen nur Flüchtigkeitsfehler sein.
Büsselmann: Ich beziehe die Zeichensetzung mal mit ein und sage: einen Fehler! Machen Sie auf jeden Fall Folgendes: Wenn Sie die Bewerbung geschrieben haben, geben Sie sie einer anderen Person zum Korrektur lesen. Man selbst kann einen Text achtmal lesen und dabei immer denselben Fehler übersehen.
- Den richtigen Ausbildungsplatz finden: Wie deine Eltern bei der Berufswahl helfen können
- Kreativ bewerben: Finger weg vom Pizzakarton
- Bewerbung für ein duales Studium: Bewerben hoch 2
- Bausteine einer guten Bewerbungsmappe: Pimp your Bewerbung
- Lehrstellenbörsen im Vergleich: Ausbildungsplätze online finden


