Höchstens drei Monate
Wie lange sollte ein Praktikum dauern? "Drei Monate reichen völlig aus", sagt René Rudolf Jugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Darüber hinaus sei Vorsicht geboten, denn viele Unternehmen nutzten Praktikanten als billige Arbeitskräfte aus.
"Häufig sieht man schon an der Ausschreibung im Internet oder in der Zeitung, dass das Unternehmen gar kein richtiges Praktikum anbietet, sondern einfach reguläre Arbeit von Praktikanten erledigen lassen will, teilweise sogar mit Projektverantwortung. Ein Praktikum ist aber kein reguläres Arbeits-, sondern ein Lernverhältnis", gibt der DGBl-Jugendsekretär Rudolf zu bedenken. Eine Dauer von drei Monaten reiche vollkommen aus, um Einblicke in ein Unternehmen zu gewinnen und dort auch mitzuarbeiten. Dennoch zeige die Erfahrung, dass Praktika häufig ein halbes Jahr oder sogar länger dauerten. "Dann hat es nichts mehr mit einem Lernverhältnis zu tun."
Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich bei Unternehmen für faire Praktikumsbedingungen und die Schaffung gesetzlicher Regeln ein. "Ein Praktikum braucht einen Vertrag, in dem steht, welche Stationen der Praktikant durchläuft, was er dort lernt, wer sein Ansprechpartner ist, wie viel Urlaub ihm zusteht, und welche Vergütung er bekommt", sagt Rudolf. "Wenn das alles geklärt ist, hat das Praktikum für beide Seiten Vorteile.
- Ausbildungs-/Praktikumsplatz-Recherche: Wer suchet, der findet
- Interview mit Buchautor Markus Henrik: "Die Ausbeutung hat System"
- Püttjer & Schnierda: "Bewerben um ein Praktikum": Fiese Fallen bei der Praktikumsbewerbung
- Deine Rechte im Praktikum: Praktikumsvertrag, Steuern & Sozialversicherung
- Praktikum: Schickt uns eure Erfahrungsberichte!: Was habt ihr in der Arbeitswelt erlebt?


