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17. August 2010  
EU-Parlament will Qualitätsstandards für Praktika

Bezahlung im Praktikum bald Pflicht?

Das Ausbeuten der "Generation Praktikum" könnte ein Ende haben: Die Mitglieder des EU-Parlamentents forderten die EU-Kommission auf, europaweit Qualitätsstandards für Praktika festzulegen. Unter anderem soll ein Grundgehalt für Lebenshaltungskosten Pflicht werden.

© aboutpixel: dommy.de

Möglichst viele und möglichst während des Studiums: Die Zahl der absolvierten Praktika von Berufseinsteigern steigt seit Jahren. Nun will das Europaparlament der Ausbeutung von Jugendlichen durch kostenlose Praktika stoppen. In einer Resolution forderten Parlamentarier, europäische Qualitätsstandards für Praktika zu schaffen. Zum Beispiel soll ein Grundgehalt zur Abdeckung der Lebenshaltungskosten des Praktikanten festgelegt werden und die Dauer eines Praktikums zeitlich begrenzt werden.  Der Antrag wird im Moment geprüft.  Die EU hat allerdings in dieser Frage keine direkte Kompetenz, sondern kann nur Anstöße geben. 

"Ziel ist es, Bildungswert zu sichern und Ausbeutung zu vermeiden", heißt es in dem Antrag. Das Problem: Gerade in der Wirtschaftskrise ersetzten viele Arbeitgeber reale Arbeitsplätze durch Praktika.

 

Wirtschaft gegen die Bezahlung von Praktika

Die deutsche Wirtschaft ist gegen die neuen Regeln: "Ein zwingendes Salär zu fordern, würde die Kosten unangemessen erhöhen und das Angebot an Praktikumsstellen reduzieren", findet die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).  Auch die FDP reagierte ablehnend. "Unbezahlte Praktika ganz zu verbieten, ist eine völlig überzogene Schlussfolgerung", schreibt Nadja Hirsch, sozialpolitische Sprecherin der FDP im Europaparlament, auf ihrer Internet-Seite. 

 

Vorschlag zu Praktikums-Standards von der jüngsten EU-Parlamentarierin

Die Grünen in Deutschland lobten den Antrag auf eine Festlegung auf Praktikums-Qualitätsstandards. "Die Bundesregierung muss die EU-Initiative zügig in nationale Politik gießen anstatt Jugendarbeitslosigkeit und Ausbeutung in Praktika weiter zu ignorieren“, sagte ihr jugendpolitischer Sprecher Kai Gehring. Kein Wunder, kommt die Idee doch von der dänischen Abgeordneten Emilie Turunen (Grüne). Sie ist mit 26 Jahren die jüngste EU-Parlamentarierin.

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