Barrierefreie Ausbildung
Ob Studium oder Ausbildung, jungen Menschen mit Behinderungen bleibt der Zugang zum Traumjob oft verwehrt. Es gibt jedoch erfreuliche Beispiele, die zeigen, wie Barrieren aus dem Weg geräumt werden können.
Viele junge Menschen mit Behinderung wünschen sich eine barrierefreie Ausbildung. © Pixelio: Rainer Sturm
So bietet die Akademie der Künste in Ulm beispielsweise seit 2003 die bundesweit erste integrative Schauspielausbildung an. Initiator Peter Radtke, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien (abm), ist selbst erfolgreicher körperbehinderter Schauspieler und will anderen Behinderten die Möglichkeit bieten, sich in den Fachbereichen Schauspiel, Regie, Dramaturgie und Theaterpädagogik ausbilden zu lassen. Radtke machte die Erfahrung, dass die Nachfrage nach professionellen Darstellern mit einer Behinderung groß ist.
Ein anderes integratives Projekt wurde 2007 in Hamburg erfolgreich realisiert: In der Hafencity ist mit dem Stadthaushotel Hafencity ein Hotel entstanden, das knapp 50 geistig, körperlich und psychisch Behinderten Ausbildung und Berufstätigkeit ermöglicht. Träger ist der Verein Jugend hilft Jugend e.V., der bereits 1994 das von Behinderten geführte Stadthaushotel in Altona und das Café Max B. gegründet hatte, die beide erfolgreich laufen. Die Unternehmensphilosophie: Die Schaffung möglichst guter Arbeitsbedingungen für das Personal, was aber keinesfalls gleichbedeutend mit geringen Arbeitsanforderungen sein soll. Mit dem Hotelprojekt wurden nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze, sondern auch behindertengerechte Unterkünfte geschaffen. Herkömmliche Hotels sind häufig nicht ausreichend auf Behinderte eingestellt, so dass die Investoren davon ausgehen, mit ihrem Projekt eine Marktlücke schließen zu können.
Barrierefrei studieren
Für den Hochschulbereich stellt die Ludwig-Maximilians-Universität München ein umfangreiches Internetportal zum Thema Studieren mit Behinderung zur Verfügung. Unter dem Titel "barrierefrei studieren" gibt es praktische Infos über das Studium an der LMU. So sind neben wichtigen Ansprechpartnern auch Hinweise über die Zulassung und Möglichkeiten des Nachteilausgleichs im Studium zu finden. Neben einer ausführlichen Linkliste, die von psychosozialer Betreuung über Wohnheimverwaltung bis zum Behindertensport reicht, stehen verschiedene Downloads zur Verfügung. Interessierte können sich hier sowohl die Broschüre "Studium und Behinderung" vom Deutschen Studentenwerk herunterladen als auch eine Übersicht über die Zugänglichkeit Münchener S- und U-Bahnhöfe verschaffen.
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