Konzipieren und organisieren
Susan Rafizadeh hat als Konferenzmanagerin gearbeitet. Dabei sind Marketing, Journalismus und wissenschaftliches Arbeiten gleichermaßen wichtig.
Wenn Freunde und Bekannte mich nach meinem Beruf fragen, denken sie in der Regel zuerst, dass ich Tagungen und Konferenzen organisiere. Doch das stimmt nicht ganz - ich organisiere nämlich keine Konferenzen, ich konzipiere deren Inhalt. Ich arbeite bei einem internationalen Konferenzveranstalter, der Führungskräften auf der ganzen Welt Konferenzen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen anbietet. Das beginnt beim Themenbereich Automobil, geht über Energie, Finanzen und Transport und erstreckt sich bis zu den Themenbereichen Pharma, IT und Verteidigung.
Während meines VWL-Studiums habe ich mich für den Schwerpunkt Marketing entschieden und ein Jahr in Italien studiert. Neben Italienisch spreche ich Englisch, Französisch und Spanisch. Außerdem habe ich im Rahmen des Studiums diverse Praktika in den Bereichen Journalismus, Public Relations und Marketing gemacht. Nach dem Studium bin ich durch eine Zeitungsanzeige auf den Beruf des Konferenzmanagers aufmerksam geworden. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass es einen Beruf gibt, in dem ich sowohl meine journalistische Leidenschaft als auch mein Faible zum Marketing immer wieder ausleben kann.
Nun zu meinem heutigen Job: Meine Aufgabe ist es, herauszufinden welche Thematik in der Zukunft Potenzial für einen Kongress hat. Ich finde heraus, wo die jeweilige Branche zusätzliches Wissen oder Praxisberichte benötigt. Habe ich einmal einen ersten Anhaltspunkt zum Beispiel aus Gesprächen oder aus der Fachpresse gefunden, muss ich telefonieren, telefonieren, telefonieren. Es ist nämlich am wichtigsten, sich zu vergewissern, ob sich die führenden Vertreter der Branche überhaupt für eine Konferenz zu diesem Thema interessieren. Oftmals sind meine Gesprächspartner Personen, mit denen ich vorher noch keinen Kontakt hatte. Am Anfang ist das natürlich gar nicht so einfach, weil diese Personen häufig viel intensiver mit den Themen beschäftigt sind als ich. Je länger man aber dabei ist, desto leichter wird es, weil man sich ja selber immer mehr Wissen aneignet - und am Ende kennt man sich fast so gut aus wie ein Fachexperte. Das ist eigentlich auch das schönste an meinem Job und sehr spannend für wissensdurstige Menschen wie mich.
Wenn alle Vortragsthemen und deren Inhalte stehen, suche ich entsprechende Referenten und engagiere diese. Das Gute daran ist, dass ich immer in Kontakt zu Entscheidungsträgern in der Wirtschaft stehe. Es kann zwar schon mal stressig werden, alle Vortragenden rechtzeitig zusammenzubekommen, aber wenn ich am Ende das selbst erstellte Programm in den Händen halte, ist das schnell vergessen. Anschließend verfasse ich noch Texte für die Konferenzbroschüre, Werbebriefe und mehr.
Für mich ist der Job des Konferenzmanagers deshalb so attraktiv, weil er vielseitig ist. Ich muss mit den unterschiedlichsten Menschen sprechen, analytisch vorgehen und konzeptionell denken, zum Beispiel um die Zielgruppe für meine Konferenzen zu definieren und die Themen zu recherchieren. Hinzu kommt noch der kreative Part, nämlich das Texten für Werbebriefe und die Broschüre. Für die persönliche Weiterentwicklung ist es für mich spannend, dass ich Einblicke in die Realität der Wirtschaft bekomme und viele neue Leute kennen lerne. Schön ist auch, dass ich vor Ort viele Menschen persönlich treffe, mit denen ich zuvor telefoniert habe und so das direkte Feedback zu meiner Arbeit bekomme.
Susan Rafizadeh hat von 2002 bis 2006 bei der IRR Deutschland GmbH und von 2007 bis 2007 bei IQPC Deutschland gearbeitet.
- Handelsfachwirt bei Ikea: Anwalt für Alle
- Fluggerätemechaniker / Fluggerätemechanikerin: Faszination Flugzeug
- Webdesigner: "Traumberuf Webdesigner? Auf jeden Fall!"
- Übersetzer: Stress, Spannung, Spaß
- Sozialpädagogin: Anderen Menschen helfen


