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07.02.2012  

Umwelt-Manager Stefan Seidel

"Es liegt noch ein langer Weg vor uns"

Stefan Seidel koordiniert die Umweltaktivitäten von Puma.

Stefan Seidel ist stellvertretender Leiter des Programms Puma.Safe, das die sozialen und Umwelt-Aktivitäten des Textilproduzenten koordiniert.

Puma hat heute rund 90 Prozent seiner Produktion nach Asien ausgelagert. Seiner Verantwortung vor Ort – etwa, was die Reduktion von Energie und Wasserverbrauch sowie von Emissionen angeht – ist sich das Unternehmen dabei bewusst. Das Thema Nachhaltigkeit besitzt für Puma einen wachsenden Stellenwert, davon zeugen zum Beispiel die Verwendung von Biobaumwolle oder die Einführung eines Schuhs, der überwiegend aus recycelten Materialien hergestellt wird.

Wissenschaftsjahr "Zukunftsprojekt Erde" auf Einstieg.com

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2012 jährt sich der "Erdgipfel von Rio" zum 20. Mal. Im Juni wird die internationale Staatengemeinschaft wieder zusammentreffen, um über den Fortschritt und die Zukunft einer weltweit nachhaltigen Entwicklung zu diskutieren, neue Ideen zu präsentieren und hoffentlich zielführende und verbindliche Vereinbarungen zu treffen.

Im Wissenschaftsjahr 2012 werden unter dem Motto "Zukunftsprojekt Erde" zahlreiche Projekte und Veranstaltungen unter den drei Schwerpunkten stattfinden: "Anders leben", "Anders wirtschaften" und "Umwelt bewahren". Die Forschungsbörse des Wissenschaftsjahres bringt moderne Nachhaltigkeitsforschung auch ins Klassenzimmer: Von Experten erfahrt ihr aus erster Hand, wie die Wissenschaft daran arbeitet, die Zukunft unserer Erde zu bewahren. In Anlehnung an den aktuellen Unterrichtsstoff geben sie Einblick in die Methoden und Praxis ihrer Forschungsprojekte. Auf Einstieg.com bereiten wir das Thema Nachhaltigkeit mit Berichten über Studiengänge, Ausbildungsberufe sowie Interviews mit Forschern und Praktikern für euch auf.

Stefan Seidel über seinen Werdegang, Berufsalltag und seine Zukunftswünsche:

„Nach einer gewerblichen Ausbildung zum Mechaniker habe ich zunächst Umweltsicherung an der Fachhochschule Weihenstephan studiert und später einen Master-Studiengang für "Environmental Management and Technology" an der Oxford Brookes University absolviert. Meine damalige Berufsidee deckt sich sehr stark mit meiner derzeitigen Position: Ich wollte seit Beginn meines Studiums das Thema Umweltschutz und Umweltmanagement in einem großen Unternehmen vorantreiben. Als gebürtiger Franke habe ich natürlich schon seit meiner Jugend bei Puma in Herzogenaurach meine Sportschuhe gekauft und war daher dem Unternehmen seit langem verbunden. Nach Beendigung meines Studiums lag es dann nahe, dass ich mich bei Puma bewerbe. Neben den spannenden Themen Umwelt und Nachhaltigkeit ist es auch die Vielfältigkeit der Aufgaben, die ich in meinem Berufsalltag schätze. Im Oktober dieses Jahres bin ich beispielsweise nach Kenia gereist, um vor Ort eine potenzielle Produktionsstätte für Puma zu besichtigen, die gleichzeitig Teil eines großen  Naturschutzprojektes ist.

Meiner Meinung nach hat Beruf etwas mit Berufung zu tun. Daher würde ich jungen Menschen raten, einen Studiengang zu belegen, dessen Inhalte ihnen persönlich am Herzen liegen. Im Nachhaltigkeitsbereich kann man entweder direkt einen Studiengang für Nachhaltigkeit oder Umweltschutz wählen, oder aber man entscheidet sich für einen klassischen Studiengang, wie beispielsweise BWL oder Verfahrenstechnik und setzt den Schwerpunkt Nachhaltigkeit innerhalb des Studiums.

Wenn man unsere allgemeine Wirtschaftsweise unvoreingenommen analysiert, kommt man zu dem Schluss, dass wir leider ganz und gar nicht nachhaltig wirtschaften. Meine Vision und Hoffnung ist, dass wir ähnlich der industriellen Revolution und der Revolution des Computer- und Internetzeitalters vor einem Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise stehen. Unternehmen und Konsumenten sollten sich der Auswirkungen ihres Handelns auf Gesellschaft und Umwelt bewusst werden und dementsprechend Änderungen ihres Verhaltens einleiten. Erste Anzeichen hierfür gibt es bereits, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns.“

 

Schlagworte:
 
NachhaltigkeitWissenschaftsjahrUmweltmanagement

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