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03. November 2007  
Übersetzer

Stress, Spannung, Spaß

Dieter Bromberg ist selbstständiger Übersetzer in Hamburg. Seinen Arbeitsplatz hat er sich zu Hause eingerichtet. Gemütlich ist das nicht, denn ständig ist er von seiner Arbeit umgeben. Das bedeutet Stress - der wird aber aus Liebe zum Beruf in Kauf genommen.
Dieter Bromberg

Dieter Bromberg

Jeden Tag erlebe ich die Vorteile eines "Home Office" aufs Neue ... nach dem Frühstück bin ich in wenigen Schritten im Büro, statt viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verlieren. 

Zuerst muss ich die neue Post sichten, Termine ordnen, und bevor der erste Satz übersetzt ist, klingelt schon das Telefon: "Können Sie unsere Website übersetzen? Das muss bis heute Abend fertig sein." Schon bald stelle ich fest, dass selbst mehrere Leute die Texte in der kurzen Zeit nicht übersetzen könnten. 

 

Weiter geht es mit einem Kostenvoranschlag, dann muss ich einen Vertrag Korrektur lesen, der am Vorabend von meiner Frau fertig gestellt wurde. Meine Frau ist auch Übersetzerin und deckt die Sprachrichtung vom Englischen ins Deutsche ab, während ich fast ausschließlich ins Englische übersetze. Außerdem arbeiten wir mit Kollegen in Deutschland und im Ausland zusammen, die auch andere Fachgebiete abdecken. Dadurch sind wir in der Lage, bei sehr eiligen Projekten den Zeitunterschied zu Australien und den USA auszunutzen, wobei wir stets das Projektmanagement und die Endkorrektur übernehmen. 

 

Als nächstes gilt es, mit dem neuen Geschäftsbericht für einen langjährigen Kunden zu beginnen. Welchen Begriff bevorzugt der Kunde noch einmal für "verbriefte Sicherheiten"? Glücklicherweise ist alles sauber dokumentiert. Das Übersetzen lässt sich heute ohne moderne technische Hilfsmittel nicht mehr realisieren. Für unsere Recherchen nutzen wir unsere Wörterbuchbibliothek, das Internet und ein großes Archiv eigener Texte. Im Hintergrund läuft immer der Fernsehsender CNN, so bleibe ich fit in der englischen Sprache.  

 

Weiter geht es mit dem Geschäftsbericht, und ehe man sich versieht, ist der Tag vorbei. Es ist 18 Uhr, als das Telefon erneut klingelt: Es gilt, einen längeren Vortrag bis zum nächsten Morgen zu übersetzen - da muss der Kollege aus Australien schon mal Vorarbeit leisten. Wir bemühen uns zwar, "normale" Bürozeiten einzuhalten, doch manchmal ist Nacht- und Wochenendarbeit nicht zu vermeiden. Das ist zwar manchmal stressig, aber es lohnt sich: Übersetzen ist einer der spannendsten Berufe, den man sich vorstellen kann.

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