"Macht nicht so viele Praktika!"
Katinka Buddenkotte hat als Werbetexterin für Hundefutter nicht ihre Erfüllung gefunden und ist deshalb Bestseller-Autorin geworden. Im Gespräch mit EINSTIEG wettert sie gegen unbezahlte Praktika und gesteht, dass sie nicht auf Autoritäten steht.Yvonne Grünenwald
EINSTIEG: Was antworten Sie einer neuen Bekanntschaft abends in der Kneipe auf die Frage: "Und, was machst du so beruflich?"
Buddenkotte: Kommt ganz auf die Bekanntschaft an und wie sympathisch mir der Mensch ist. In Hotels gebe ich Autorin an. Das ist am kürzesten.
EINSTIEG: Und was antworten Sie denen, die Ihnen nicht sympathisch sind?
Buddenkotte: Wenn ich keine Fortführung der Unterhaltung wünsche, sage ich meist, ich sei zukünftige Zahnarztgattin oder geistige Frührentnerin. Wenn das nicht funktioniert, behaupte ich, mir gehöre die Kneipe oder ich sei Düsseldorferin, aber das nur in höchster Not.
EINSTIEG: In Ihrem Lebenslauf fehlen Angaben über eine Ausbildung oder ein Studium. Ein Versehen?
Buddenkotte: Ich habe ein Semester ernsthaft studiert und war danach noch längere Zeit eingeschrieben. Ich habe übrigens an der freien Universität Berlin Nordamerikanistik, Altamerikanistik und neue Geschichte studiert.
EINSTIEG: Sie hatten also nach einem Semester die Nase voll.
Buddenkotte: Sagen wir besser, dass ich dann in die Praxis gewechselt und zwei Jahre nach Nordamerika gegangen bin.
EINSTIEG: Was haben Sie in Amerika gesucht?
Buddenkotte: Ich wollte auswandern. Ich hatte damals die Vorstellung, dass ich ohne Ausbildung und Studium, wie das in Deutschland immer verlangt wird, in Amerika mein Ding machen kann. Das hat aber leider nicht geklappt. Denn egal, was du woanders suchst, du nimmst dich immer selbst mit.
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