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23. April 2008  
Was macht ein Restaurator?

"Es wird nie langweilig"

Was macht eigentlich ein Restaurator den lieben langen Tag? EINSTIEG Abi sprach mit Verena Kuehler, selbstständige Restauratorin aus Köln, über das Studium, die Jobaussichten und einen typischen Tag im Atelier.

EINSTIEG Abi: Frau Kuehler, Sie Frau Kuehler, Sie haben an der FH Köln studiert -  wie groß war der Praxisbezug während des Studiums?

 

Kuehler: Praktische Grundlagen erlangt man vor allem während des mindestens zweijährigen Vorpraktikums in Museumswerkstätten und bei freiberuflichen Restauratoren. Außerdem gibt es praxisbezogene Seminare. Das vierte Semester ist ohnehin als Praxissemester ausgewiesen, in dem die Studenten ihre Praxiserfahrungen vertiefen sollen.

 

EINSTIEG Abi: Welche Jobaussichten haben Absolventen?

 

Kuehler: Wie bei allen Studienabsolventen im Kulturbereich sind die Aussichten auf eine gut bezahlte Festanstellung momentan nicht besonders gut. Arbeitgeber können sowohl öffentlich oder privat getragene Museen, Stiftungen und Institutionen sein, aber auch selbständige Restaurierungswerkstätten. Die Aussichten sind außerdem abhängig von der Spezialisierung und den Fachbereichen. So würde ich momentan die Chancen von Papier- und Textilrestauratoren auf eine Festanstellung im öffentlichen Dienst höher einstufen als die von Gemälderestauratoren.

 

EINSTIEG Abi: Was sollte man mitbringen, wenn man sich als Restaurator selbständig machen will? 

 

Kuehler: Neben der beruflichen Qualifikation sind, wie übrigens bei allen Existenzgründungen, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und die persönliche Eignung zur Selbstständigkeit unabdingbar. Dazu gehören vor allem Belastbarkeit, Sicherheit im Umgang mit Auftraggebern und Geduld. Entsprechende Kontakte und die Bereitschaft, sich zu Netzwerken zusammenzuschließen sind zudem hilfreich.

 

EINSTIEG Abi: Aus welchen Bereichen kommen Ihre Auftraggeber? 

 

Kuehler: Den Hauptteil unserer Aufträge erhalten wir von Museen, Instituten und Stiftungen im gesamten Bundesgebiet. Etwa 30 Prozent der Restaurierungsarbeiten führen wir für Privatkunden und Sammler aus.

 

EINSTIEG Abi: Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem Atelier aus? 

 

Kuehler: Der Tagesablauf variiert ständig und ist abhängig davon, ob wir im Atelier arbeiten oder vor Ort in den Museen. Sind wir alle ausnahmsweise

in der Werkstatt vereint, wird die Gelegenheit genutzt, die kommenden Wochen und die anstehende Arbeit zu planen. Für die jeweiligen Projekte müssen beispielsweise Materialien bestellt und Arbeitsabläufe festgelegt werden. Oft werden zu restaurierende Objekte vor Ort begutachtet, für die dann Kostenvoranschläge erstellt werden müssen. Ist der Zuschlag erteilt, ist der objektgerechte Transport zu organisieren. Die eigentlichen Restaurierungsarbeiten an den Objekten werden von der schriftlichen und fotografischen Dokumentation des Zustandes und der durchgeführten Maßnahmen begleitet.

 

EINSTIEG Abi: Ihr Plädoyer für den Beruf?

 

Kuehler: Das Allerwichtigste: Es wird nie langweilig! Kein Objekt gleicht

dem anderen und somit sind die Problemstellungen auch ebenso vielfältig.

 

Links:

 

Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte:

www.bv-juweliere.de 

 

Bundesverband bildender Künstlerinnen und Künstler:

www.bbk-bundesverband.de 

 

Bundesverband des Deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels (BDKA):

www.bdka.com 

 

Verband der Restauratoren e.V. (VDR):

www.restauratoren.de

Schlagworte:
 
RestauratorArchäologieBildhauer

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