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20. April 2012  

Ausbildung und duales Studium bei Banken

Von Menschen und Mäusen

Wer gut mit Zahlen umgehen kann und sich nicht gegen Anzug und Krawatte wehrt, sollte ruhig mal über eine Ausbildung oder ein Studium bei einer Bank nachdenken. Denn wer Karriere in einer Bank machen möchte, dem stehen viele Wege offen.
Duales Studium Bank

Ob Ausbildung oder Duales Studium bei der Bank: es gibt viele Wege, Karriere bei einer Bank zu machen. © Judith Strücker

Der klassische Bankeinstieg nach der Schule ist die Ausbildung zum Bankkaufmann, die regelmäßig weit oben auf der Liste der beliebtesten Ausbildungen rangiert. Wer hinter den Schalter will, muss wichtige Schlüsselqualifikationen vorweisen, wie analytische Fähigkeiten und gute Mathekenntnisse. Mindestens genauso wichtig ist in den meisten Positionen allerdings etwas anderes: Kommunikationstalent. Denn Bankkaufmann ist ein Dienstleistungsberuf. Da zählen souveränes Auftreten und fachliche Kompetenz. Ob telefonisch, in der Filiale oder als mobiler Berater: Der Bankkaufmann ist in jedem Institut das erste Gesicht für den Kunden, er muss schnell einschätzen können, wen er vor sich hat, offen auf Menschen zugehen können und auch ein gewisses Verkaufstalent mitbringen.

Und wer verkaufen will, muss seine Kunden kennen und den Privatkunden, der eine Immobilie finanzieren will, genauso gut beraten können wie den mittelständischen Unternehmer, der im Ausland einen neuen Standort aufbauen möchte. Darum verbringen die Azubis die ersten Monate, von besonderen Einführungstrainings abgesehen, in ihrer Ausbildungsfiliale.

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 Dort werden Sparbücher eröffnet, Kredite vergeben, Privatrentenverträge abgeschlossen. Als Bankkaufmann kann man es bis zum Filialleiter schaffen, manchmal auch zum Chef eines Filialbereichs, also gleich mehrerer Filialen. Nach einigen Jahren Berufspraxis kommt auch eine Weiterbildung zum Bankfachwirt und später die zum Bankbetriebswirt infrage.

Investmentfondskaufmann

Seit 2003 bieten Banken und Investmentgesellschaftenin Deutschland die Ausbildung zum Investmentfondskaufmann an. Die Institute brauchen Fondsspezialisten, die ein detailliertes Know-how im Investment-Geschäft haben – also für Geldanlagen, die das Geld vieler Anleger bündeln. Ein Geschäft mit Zukunft, nicht zuletzt, weil immer mehr Deutsche ihr Geld in die private Altersvorsorge investieren und weil viele Aktienanleger auf Fonds umsteigen. Investmentfondskaufleute betreuen Depots, analysieren Aktienmärkte und kümmern sich um die Fonds-Buchhaltung. Die Ausbildung ist ähnlich breit angelegt wie die des Bankkaufmanns, Spezialisierungen und Weiterbildungen sind möglich.

Duales Studium / Tandem Studium

Man kann aber auch sofort mit einem bankspezifischen Studium einsteigen. Alle großen Bankinstitute bieten mittlerweile duale Studiengänge an, die die Bankausbildung mit einem Bachelor-Abschluss verbinden. Das duale Studium ist in Blockphasen unterteilt, das bedeutet, dass man im Wechsel – meist an einer Berufsakademie (BA) – studiert und seinen Praxiseinsatz in der Bank hat. Und das gegen ein monatliches Gehalt. Während der praktischen Phasen werden die dualen Studenten bereits stark ins Tagesgeschäft der Banken eingebunden, unterstützen Kollegen bei Terminen und bei der Entgegennahme und Abwicklung von Aufträgen. Der Stressfaktor ist bei einem dualen Studium in der Regel höher als bei einem "normalen" Studium, denn der Ablauf ist straff organisiert und es gibt keine Semesterferien.

Immer mehr Banken bieten mittlerweile ein so genanntes Tandem Modell an. Hierbei geht’s zunächst ganz normal mit der Ausbildung zum Bankkaufmann los. Nach dem ersten Lehrjahr kann sich der Azubi entscheiden, ob er zusätzlich ein Studium zum "staatlich geprüften Betriebswirt mit Schwerpunkt Finanzdienstleistungen" absolvieren möchte. Dieses ausbildungsbegleitende Studium an einer Fachschule für Finanzdienstleistungen dauert insgesamt acht Semester und findet zunächst an einem Abend in der Woche, nach Abschluss der Ausbildung an zwei Abenden sowie alle zwei Wochen samstags statt.

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