Mit dem Tandem unterwegs
Matthias Eibel wollte nach dem Abi unbedingt eine klassische Banklehre machen, aber auch studieren. Er entschied sich für das Tandem-Modell der PSD Bank und macht im Rahmen seiner dualen Ausbildung zum Bankkaufmann nun beides.Stefan Moskopp

Matthias Eibel führt während seiner dualen Ausbildung zum Bankkaufmann bei der PSD Bank auch als Azubi schon "richtige" Beratungsgespräche. © Anke Tillmann / Einstieg GmbH
Wenn Matthias Eibel gegen 8 Uhr morgens an seinen Arbeitsplatz kommt, informiert er sich erst einmal, ob es Neuigkeiten aus der Finanzwelt gibt. Ist etwas Besonderes passiert, wird darüber anschließend im Team gesprochen. "Als beispielsweise Anfang 2010 die Kunden vieler Banken Probleme mit ihren EC-Karten hatten oder als sich im vergangenen Sommer die weltweite Finanzkrise weiter verschärfte, war es wichtig, dass wir uns morgens auf alle möglichen Fragen von Kunden vorbereitet haben", sagt der 22-Jährige, der in ein paar Wochen seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der PSD Bank in Köln abschließen wird.
Entscheidungshilfe Praktikum
Gespräche mit Kunden führt man auch als Azubi schon viele, die meisten am Bankschalter, wenn es beispielsweise um Fragen rund um Konten und Sparbücher oder Einzahlungen und Abhebungen geht. Im fortgeschrittenen Stadium können es aber auch bereits "richtige" Beratungsgespräche über Vermögensanlage oder Altersvorsorge sein. Auf kommunikative
Stärke und soziale Kompetenz achtet Michael Vogel, Ausbildungsleiter der PSD Bank in Köln, deswegen ganz besonders bei der Auswahl seiner Azubis. "Nicht der schüchterne Mathe-Einser-Kandidat ist gefragt, sondern jemand, der sich traut, auf Kunden zuzugehen."
Im Laufe seiner Ausbildung hat Matthias Eibel alle Abteilungen der Bank durchlaufen. Am besten hat ihm dabei das Vertriebscontrolling gefallen. Hierzu gehört unter anderem die Analyse der Geschäftszahlen der Bank. "Ganz kurz gesagt, geht es beim Vertriebscontrolling darum, die tatsächlichen Leistungen mit dem zu vergleichen, was geleistet werden sollte."
Zahlen fand Matthias in der Schule schon spannend. Und Banken auch. Also bewarb er sich um ein Praktikum. Für zwei Wochen in den Schulferien. "Das war genau die richtige Entscheidungshilfe, danach war mir endgültig klar, dass ich in einer Bank arbeiten möchte", sagt der 22-Jährige heute. Nur der Weg dorthin war ihm noch nicht ganz klar, denn zum einen wollte er das Bankgeschäft von der Pike auf lernen, also am liebsten eine Banklehre machen. Andererseits reizte ihn auch ein Studium. Beides nacheinander zu absolvieren, schien ihm zu lang zu dauern. Und so war das Tandem-Modell genau das Richtige für ihn.
Das Modell sieht für das erste Jahr allein die Ausbildung zum Bankkaufmann vor, erst mit dem zweiten Lehrjahr beginnt das begleitende Studium. "Dadurch kann man sich erst einmal ganz auf die Ausbildung konzentrieren und sehen,
ob einem das Bankgeschäft wirklich liegt“, sagt Matthias Eibel. Nach insgesamt acht Semestern winkt dann der "staatlich geprüfte Betriebswirt". Und wer noch höher hinaus möchte, kann anschließend in 21 Monaten den Bachelor of Arts im Studiengang General Management draufsetzen.
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