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16. Mai 2011  
Unternehmensgründung sozialer Projekte

BWL mit Gewissen

Früher war soziales Engagement einfach nur eine gute Tat. Heute hat sich sogar das Gute professionalisiert. Unternehmer, die sich engagieren, heißen „Social Entrepreneurs“. Und Universitäten springen auf den Zug auf. Sie bieten eigene Kurse für angehende „Sozialunternehmer“ an. Christoph Pagel

BWL und Sozial kann auch zusammenpassen, als Social Entrepreneurs © Photocase: Jonicore

Eigentlich wollte Sarah Kociok nur die Welt verbessern. Zumindest die in ihrer unmittelbaren Umgebung. Mit sechs Freunden baute sie einen grauen, heruntergekommenen Bauwagen zum mobilen Theater um, konstruierte eine ausklappbare Bühne, verlegte Mikrofon und Lautsprecherkabel für kleine Konzerte. 

Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres werkeln die Studenten, inzwischen zieren den Wagen bunte Graffitis. Die rollende Bühne soll zum Ersatz für die vielen kleinen Theater werden, die in den vergangenen Jahren schließen mussten: „Unser Wagen kommt überall hin, wo sich Leute für Kultur interessieren“, sagt Sarah. „Egal ob es dort ein Theater gibt oder nicht.“ 

An vieles haben sie gedacht bei ihrem Projekt. Aber nicht, dass sie damit zu „Social Entrepreneurs“ werden, neudeutsch für Sozialunternehmer. Ihr Projekt habe rein gar nichts mit Wirtschaft zu tun, sagt Sarah Kociok, die an der Leuphana-Universität in Lüneburg Kulturwissenschaften und Nachhaltige Entwicklung studiert. „Einen Businessplan? Den gab es nicht. Wir haben alles gemeinschaftlich bestimmt. Das hat schon gepasst.“ Trotzdem bewarben sie sich im vergangenen Herbst mit ihrem Bauwagen-Theater beim „Schubladendenker- Award“ ihrer Universität. 

 

Der Preis geht an Studenten, die sich mit einem sozialen Projekt für die Veränderung der Gesellschaft einsetzen – „Social Entrepreneurs“ eben. Sarah und ihre Kommilitonen staunten nicht schlecht: Ihr Projekt war so beliebt, dass sie auf Anhieb den ersten Platz belegten.

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