"Reden" studieren
Die moderne Informationsgesellschaft stellt hohe Anforderungen an unsere Kommunikationsfähigkeit. Jeder hat schon einmal festgestellt, dass Kommunikation ein sehr sensibles, störungsanfälliges System ist. Kommunikationswissenschaftler beschäftigen sich auf sozialwissenschaftlicher Basis mit Medien, mit ihrer Einbindung in verschiedene Strukturen und mit ihren Wirkungen.
Konflikte entstehen, wenn Beziehungen zwischen Kommunizierenden nicht stimmen oder falsch eingeschätzt werden, wenn Sachverhalte falsch interpretiert werden oder wenn Kommunikationsmittel falsch eingesetzt werden. Gestörte Kommunikation kann im zwischenmenschlichen Verhältnis zu Missverständnissen und auf der Ebene der Volkswirtschaft zu Schäden in Millionenhöhe führen. Kommunikationswissenschafter versuchen das zu vermeiden.
Die Tätigkeit
Zunächst werden mit dem Studium Kommunikationswissenschaften Berufe in den Medien, z. B. bei Verlagen, Film und Fernsehen oder in der Werbung verbunden. Dabei produzieren Kommunikationswissenschaftler aber in erster Linie keine Medieninhalte, sondern beschäftigen sich auf sozialwissenschaftlicher Basis mit den Medien selbst, mit ihrer historischen Entwicklung, ihrer Einbindung in verschiedene Strukturen und mit ihren Wirkungen. Sie analysieren Kommunikationswege und Informationsbarrieren in Unternehmen und Behörden und zeigen alternative Lösungswege und Möglichkeiten der Konfliktmodellierung auf. Sie beschaffen, selektieren, verarbeiten und strukturieren Informationen, die in den Medien angeboten werden. Viele Kommunikationswissenschaftler sind aber auch als Journalisten und PR-Fachleute tätig.
Persönliche Voraussetzungen
Sie sollten großes Interesse am Umgang mit Sprache, Schrift, Bild und Ton mitbringen. Das allein reicht aber nicht aus, denn die Kommunikationswissenschaft ist interdisziplinär ausgerichtet. Sie behandelt auch wirtschaftliche, rechtliche, psychologische, soziale und computertechnische Aspekte. Bei der Analyse von Kommunikationsinstrumenten und deren Wirkungen sind auch statistische Kenntnisse gefordert, weshalb der Umgang mit Zahlen keine Unannehmlichkeiten bereiten sollte.
Zukunftschancen
Informationen sind das A und O unserer Gesellschaft. Wer mit ihnen umgehen kann, wird grundsätzlich keine Probleme haben, seinen Platz in der Arbeitswelt zu finden. Als alleiniges Qualifikationsmerkmal reicht es allerdings nicht. Neben kommunikationswissenschaftlichen Kenntnissen sind bei potentiellen Arbeitgebern Fachkenntnisse in mindestens einer weiteren Disziplin gefragt, z. B. Betriebswirtschaft, Jura, Informationstechnik o.ä.. Und diese Kenntnisse sollten man nach Möglichkeit bereits während des Studiums durch Praktika oder freie Mitarbeit unter Beweis gestellt haben.
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