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22. Oktober 2009  
Berufsbild Kommissar

Wie wird man eigentlich Kriminalkommissar?

Beim Nachwuchs für den gehobenen Dienst der Polizei sind Abiturienten gefragt. Alle deutschen Bundesländer haben eigene Polizeihochschulen, die geeignete Kandidaten zu Polizeivollzugsbeamten ausbilden – ein Teil von ihnen wird später als Kommissar auf Verbrecherjagd gehen. Robert Piterek

Wenn der 21-Jährige Paco Chua abends die US-Krimiserie CSI einschaltet und den Ermittlern Dr. Gilbert Grissom und Catherine Willows bei der Spurensuche zuschaut, erwartet er keine Tipps für sein späteres Berufsleben, sondern einfach gute Unterhaltung. "Die Serie hat keinen Bezug zur realen Polizeiarbeit", meint der Student der Hochschule der Polizei in Hamburg. Bei dem, was ihm in seiner beruflichen Zukunft bevorsteht, verlässt er sich lieber auf seine Hochschulausbildung, in der Praktika, nachgestellte Szenarien wie Vernehmungen und Beweismittelsicherungen sowie Seminare zum Polizeirecht Hand in Hand gehen. "Im theoretischen Teil geht es zum Beispiel um die Frage, wann ein Diebstahl vorliegt und wann nicht", beschreibt Paco, der derzeit noch das achtmonatige Grundstudium durchläuft.

 

Direkteinstieg mit Abitur

Sein duales Studium dauert drei Jahre. Anders als gewöhnlich bei einem dualen Studium wechselt er nicht ständig zwischen Theorie und Praxis, sondern verbringt zwei Jahre in Vollzeit an der Hochschule und absolviert zwischendurch zwei halbjährige Praktika in Polizeidienststellen. Bei der Frage, warum er sich für diesen Berufsweg entschieden hat, tut sich Paco zunächst schwer, gibt dann aber doch eine Antwort: "Ich will viel mit Menschen zu tun haben." Sein Abitur ermöglichte ihm in Hamburg den Direkteinstieg in das Bachelor-Studium, in dem man unter den Studienrichtungen Schutzpolizei, Kriminalpolizei oder Wasserschutzpolizei wählen kann. Paco hat sich für die Kriminalpolizei entschieden.

 

Option Sicherheitsmanagement

An seiner Hochschule werden zurzeit rund 500 junge Leute unterrichtet. Doch nicht alle davon werden auf eine Polizeilaufbahn vorbereitet. Ein Teil studiert Sicherheitsmanagement, das auf eine Position im mittleren Management eines Sicherheitsdienstleisters vorbereitet. Berufliche Chancen bieten sich aber auch im Bereich Konzernsicherheit in Unternehmen, wo Terrorabwehr sowie Hafen- und IT-Sicherheit immer wichtiger werden. "Um besser kooperieren zu können, sollen private und staatliche Ermittler die Arbeitsbereiche des anderen kennen. Außerdem brauchen Sicherheitsmanager für betriebsinterne Ermittlungen auch Kenntnisse in Kriminalistik", erklärt die 20-Jährige Studentin Jessika Schmitz. Deshalb bestreiten Jessika und Paco das achtmonatige Grundstudium gemeinsam. Danach stehen für beide die ersten Praktika an – im Unternehmen oder in der Polizeidienststelle.

 

Achtung Aufnahmetest

Die Voraussetzungen für ein Polizeistudium unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In Baden-Württemberg etwa reicht das Abitur oder die Fachhochschulreife nicht aus. Dort muss man vor Beginn des Studiums erst eine polizeiliche Grundausbildung durchlaufen. Im Allgemeinen herrschen in Deutschland aber ähnliche Zulassungsbedingungen für den Einstieg in den Polizeidienst, die auch für Polizeistudenten gelten. Nicht zu unterschätzen sind die Aufnahmetests, bei denen die Intelligenz, die sportliche Eignung und die Einstellung zu fremden Kulturen und Religionen geprüft werden.

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KommissarPolizeiLKA

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