Nur nicht in den Wind schießen
Für vier Menschen geht bald ein Traum in Erfüllung: Sie werden Astronauten des ESA-Korps und fliegen vielleicht eines Tages zum Mond. Die Raumfahrer sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs bei der ESA. Das Gros der Mitarbeiter arbeitet tatkräftig daran, mit Innovationen aus der Raumfahrt unseren Alltag zu verändern.Robert Piterek
Wenn Frank Danesy, der Personalleiter der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, auf die Zukunft des Berufsfelds Raumfahrt zu sprechen kommt, schwingt Begeisterung in seiner Stimme mit: Ob es um die Raumsonde Rosetta geht, die 2014 erste Daten über den Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenkozur Erde funken soll, oder um die mit europäischer Beteiligung geplanten Raumflüge zum Mond in den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts. Für Danesy sind diese Missionen Pioniertaten, vergleichbar vielleicht mit der Ozeanüberquerung Ende des 15. Jahrhunderts. Und sie sind erst der Anfang: "Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Raumfahrt – es liegt mehr vor uns als hinter uns", sagt er.
An der Speerspitze der Entwicklung
Danesy ist auch für die Auswahl der ESA-Astronauten zuständig und hat daher dieser Tage alle Hände voll zu tun. Rund 10.000 Bewerbungen liegen auf seinem Schreibtisch: Militärpiloten, Mediziner, Ingenieure. Kerngesund sollen sie sein und möglichst Sprachkenntnisse in Russisch haben – das sind nur einige der Anforderungen. Bis November dieses Jahres wird die ESA sich Zeit nehmen, die Besten unter ihnen zu ermitteln, und bis 2012, um sie fit für Flüge ins All zu machen. Erste Etappe: Die internationale Raumstation ISS. Für die allermeisten wird der Traum vom Flug in den Weltraum aber nur ein Traum bleiben. Das ESA Korps zählt zurzeit acht Astronauten, in der Spitze waren es einmal 14.
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