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23. August 2010  
Studium und Ausbildung bei der Bundeswehr

Karriere verpflichtet

Ob die Wehrpflicht nur ausgesetzt oder ganz abgeschafft wird, Zeit- und Berufssoldaten wird es auch weiterhin geben. Die Karriere bei der Bundeswehr ist krisensicher, aber nicht ganz ungefährlich: Wer sich langfristig verpflichtet, wird auch im Ausland eingesetzt. Annette Kamps

David blickt gelassen in die Zukunft. In zwei Jahren hat er sein Abi in der Tasche, dann ist er 18. Es kann sein, dass David sich erst mit 35 wieder frei entscheiden kann, wo und für wen er arbeitet – bis dahin würde er nicht nur Medizinstudent und später Arzt sein, sondern immer auch Soldat: "17 Jahre sind schon ziemlich lang, aber ich hätte kein großes Problem damit, mich zu verpflichten, um beim Bund Medizin zu studieren." Wer bei der Bundeswehr Karriere machen will, muss sich darüber klar sein, dass die attraktive Ausbildung ihren Preis hat: sowohl in der langen Verpflichtungszeit als auch in den Gefahren, denen Bundeswehrsoldaten inzwischen durch Auslandseinsätze wie dem in Afghanistan ausgesetzt sind.

 

Nebenjob nicht notwendig

 

"Für Abiturienten ist die Offizierslaufbahn der klassische Einstieg, und da gehört eigentlich immer ein Studium dazu", sagt Wehrdienstberatungsoffizier Raphael Friedel. Doch nicht jeder muss sich so lange verpflichten, wie David es vorhat. Nur wer Pharmazie oder Medizin studieren möchte, muss für 17 Jahre unterschreiben, für alle anderen Studiengänge reichen 13 Jahre. An den Bundeswehrhochschulen in München und Hamburg kann man technische Fächer wie Luft- und Raumfahrttechnik oder Maschinenbau studieren, aber auch Medizin oder Geistes- und  Wirtschaftswissenschaften. Das Studium bei der Bundeswehr hat gegenüber einer zivilen Hochschulausbildung einige Vorteile: Nach nur vier Jahren haben die Offiziersanwärter den Master in der Tasche – eine gute Betreuung und straffe Organisation machen es möglich.

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