Herrscher über den Luftraum
Eine Ausbildung zum Fluglotsen ist für alle, die beim Gehirnjogging regelmäßig den Highscore knacken, eine echte Alternative zum Studium.Julia Becker
Jede Woche starten und landen auf den großen deutschen Flughäfen rund 40.000 Flugzeuge. Jedes einzelne von ihnen braucht einen eigenen Ein- und Ausflugkorridor, eine freie Start- und Landebahn und individuelle Betreuung durch den Tower – sekundengenau. Die Koordinierung und Kontrolle dieser Abläufe ist die Aufgabe der Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS).
Sämtliche Gehirnzellen werden gefordert, wenn sie dutzende Flugzeuge gleichzeitig kontrollieren. Nur wenige Menschen sind für diesen Job geeignet, deshalb sind die Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf gut, und das Gehalt ist verlockend hoch. Das macht die Ausbildung zum Fluglotsen für Abiturienten zu einer interessanten Alternative zum Studium. „Bewerben kann sich jeder, der gesunde Augen und Ohren hat, zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 24 Jahre ist und die Allgemeine Hochschulreife besitzt“, sagt Bernd Schlebusch, Leiter der Basic-Ausbildung bei der DFS.
Doch das Bewerbungsverfahren, das mehrmals pro Jahr stattfindet, hat es in sich. In einem mehrstufigen Assessment Center werden die Fluglotsen-Anwärter auf Herz und Nieren geprüft. Als erstes muss ein Fragebogen zur Biografie ausgefüllt werden. Im zweiten Schritt werden die Bewerber zu einem zweitägigen Auswahlverfahren nach Hamburg eingeladen. Hier zahlt sich regelmäßiges Gehirntraining auch schon vor dem Rentenalter aus, denn es werden Merkfähigkeit, Konzentration, Zahlenverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Stressresistenz geprüft. Nur wer hier glänzt, darf noch einmal wiederkommen und in der letzten Runde seine Teamfähigkeit, die Beherrschung der englischen Sprache und seine physische und psychische Eignung unter Beweis stellen.
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