Der Gute-Laune-Profi
Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen - für viele ist das ein Traum. Animateure haben aber nicht nur das ganze Jahr Sonne und Strand, sondern auch einen Knochenjob. Wer sich bewährt, hat allerdings gute Karrierechancen in der Tourismusindustrie.
Mit 28 Jahren warf Maik Vöhringer noch mal alles über den Haufen: Eine Bankausbildung hatte er absolviert und nebenbei BWL studiert. "Den Wunsch, mal im Ausland zu leben, hatte ich schon immer", sagt er. Also bewarb er sich als Animateur. Es klappte: Vöhringer wurde "Scubi Guide" bei TUI und ließ sich ein halbes Jahr lang von seinem Job beurlauben.
Mittlerweile sind drei Jahre vergangen; der Bankkaufmann a.D. reist noch immer durch die Weltgeschichte und war schon in Bulgarien, Spanien, Ägypten und der Türkei. "Ich bin halt immer da, wo es warm ist."
Arbeitstag mit 14 Stunden
Animateure arbeiten in allen Bereichen: Die einen geben Tennis-Unterricht oder organisieren Fußballturniere, andere kümmern sich um Kinder oder planen Spiele für den Nachmittag am Pool. Abends machen alle beim Show-Programm mit, plauschen danach noch mit den Gästen an der Theke - und müssen immer gute Laune haben. Ein Vorurteil ist as nicht – und das, obwohl der Arbeitstag eines Animateurs gut und gerne mal 14 Stunden dauern kann. Mit dieser Erfahrung und einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studium im Rücken ist man gut vorbereitet auf die Arbeit bei einem Reisekonzern wie TUI oder Thomas Cook. "Generell ist so eine Praxiserfahrung sinnvoll, wenn man später bei einem Reiseveranstalter arbeiten will", sagt Professor Bernd Eisenstein, Tourismusexperte von der FH Westküste. Es schadet also nicht, für einige Monate den Sitz im Hörsaal gegen die Badematte am Pool zu tauschen.
Unterschiedliche Anforderungen an Bewerber
Maik Vöhringer ist bei seinem nächsten Trip nach Griechenland bereits Koordinator für die Animation in fünf Clubs. Seine Hoffnung, die Karriereleiter bei der TUI in den nächsten Jahren weiter nach oben zu klettern, ist nicht unberechtigt: "Diese Mitarbeiter sind beispielsweise sehr willkommene Einsteiger im Produktmanagement, da sie über praktische Erfahrung verfügen", sagt Olaf Schürmann von der TUI Service AG in der Schweiz.;
- Finanzierung eines Auslandsstudiums: Wie zahl' ich das bloß?
- Ein Klassenzimmer unter Segeln: Meer erfahren, mehr lernen
- Beruf Nothelfer: Anpacken in der Krise
- Tourismusmanagement studieren: Am globalen Schreibtisch
- Hochschulwahl: Probieren kommt vor dem Studieren


