Am globalen Schreibtisch
Wer Tourismusmanagement studiert, hofft auf eine internationale Karriere. Viel herum kommen die meisten jedoch nicht, denn auch Tourismusmanager arbeiten überwiegend vom Schreibtisch aus.Hanna Koch
Arbeiten in der Hotelbranche war für Jasmin Hill schon zu Abizeiten ein Traum. Nach ihrem Praktikum in einem Reisebüro stand fest: Sie wollte Tourismusmanagement studieren. Vor drei Jahren hat sie an der Uni Trier ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Strategisches Tourismusmanagement begonnen. "Damals konnte man Touristik oft nur an Privathochschulen studieren, deswegen habe ich mich für diesen Weg entschieden", erzählt die 24-Jährige. Das Studium an der staatlichen Uni schont den Geldbeutel und bietet ihr trotz wirtschaftswissenschaftlicher Studienausrichtung die Möglichkeit, sich auf ihr Steckenpferd zu konzentrieren: "Ich will ins Marketing", sagt Jasmin. "Am liebsten würde ich später bei einem großen Touristikunternehmen wie TUI oder Thomas Cook arbeiten."
So wie Jasmin geht es vielen Abiturienten – sie träumen von einer internationalen Karriere in Vertrieb, Marketing oder Eventmanagement. Die deutschen Hochschulen haben sich auf dieses Interesse eingestellt: Staatliche Fachhochschulen wie die Hochschule Bremen, die FH Braunschweig und die Hochschule Harz bieten inzwischen Tourismusmanagement-Studiengänge an. Ins Studium fließen viele wirtschaftswissenschaftliche Elemente ein, zum Beispiel Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftsrecht. An die Tourismusbranche werden die Studenten durch Fächer wie touristische Unternehmensführung, Tourismusmarketing oder Marktforschung herangeführt. Internationalität ist allen Hochschulen wichtig, deswegen steht neben Wirtschaftsenglisch meist noch ein Auslandssemester auf dem Studienplan.
An manchen Hochschulen sind schon während des Bachelor-Studiums Spezialisierungen möglich: So kann man an der FH Braunschweig zwischen dem Management von Privat- oder Geschäftsreisen wählen. Meistens jedoch werden beim Bachelor nur die Grundlagen vermittelt – Studenten müssen einen Master draufsatteln, um sich bestimmte Bereiche zu erarbeiten, etwa das Management von Kreuzfahrten oder Wellnessurlauben.
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