Was macht eigentlich ein Windgutachter?
Mehr als 250.000 Menschen arbeiten in der Branche der erneuerbaren Energien, und es werden immer mehr. Ein guter Grund, hinter die Kulissen zu schauen: 16 Job-Porträts findet ihr im Internetportal www.unendlich-viel-energie.de, einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier.
Wie wäre es zum Beispiel mit einem Job als Windgutachter? Jessica Rautenstrauch hat Umweltwissenschaften studiert. Heute arbeitet sie bei einer Firma, die Windgutachten erstellt. Weil immer mehr Windkraftwerke gebaut werden, steigt die Nachfrage nach Experten: Sie ermitteln die richtigen Standorte für die Großprojekte. Am Computer werden so genannte "Windfelder" ermittelt. Dafür müssen Oberflächendaten, Windgeschwindigkeit und Windrichtung für ein bestimmtes Gebiet eingegeben werden. "Indem man das errechnete Windfeld mit den Leistungsdaten einer Windkraftanlage kombiniert, kann man genau ermitteln, wie viel Strom sie im Jahr produziert", erklärt Jessica.
Etwas praktischer geht es bei Sebastian Staudy zur Sache: Der Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschukmechanik arbeitet an Rotorblättern für Windkraftanlagen. Das ist keine Kleinigkeit: 44 Meter misst ein einziger dieser Propeller. Sebastian arbeitet in der Endfertigung der Produktion und verpasst den Rotorblättern den letzten Schliff. Wenn die frisch geformten Flügel zu ihm gebracht werden, sehen sie noch ziemlich roh aus. An der Naht stehen zum Beispiel Teile der Glasfasermatten über. "Das schneiden wir dann ab oder flexen sie weg", sagt Sebastian. Bei der körperlich anstrengenden Arbeit an den riesigen Flügeln ist trotzdem Fingerspitzengefühl gefragt. Im vorderen Teil darf die schmalere Flügelkante nicht breiter als ein Millimeter sein. Sebastian gefällt seine Arbeit, die Form "seiner" Rotorblätter ist für ihn einzigartig: "Ich schaue immer genau hin und freue mich, wenn es eine Anlage von uns ist. Das sind die mit den schönsten Rotoren."
Christin Günther arbeitet in einer Biokraftstofffabrik. Hier wird Bio-Treibstoff aus Getreide hergestellt. Die gelernte Chemie-Laborantin arbeitet im Nasslabor der Anlage. Die Laboranten überwachen alle Stufen der Getreidevergärung und Alkohol-Destillation. Verschiedene Tests müssen durchgeführt werden: Mit Hilfe von Jod bestimmt Christin den jeweiligen Stärkegehalt des vergärenden Roggens. Ein Gerät namens "Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatograph" ermittelt die Anteile von Fremdstoffen in der dickflüssigen Masse. Mittels der "Gaschromatographie" wird geprüft, welche Fremdstoffe sich im destillierten Alkohol befinden und wie hoch der Alkoholgehalt ist. "Es ist ein gutes Gefühl, in einer Firma zu arbeiten, die etwas für die Umwelt tut", sagt Christin: "Das wird Zukunft haben."
Mehr Berufsfelder rund um die erneuerbaren Energien findest du in einer kostenlosen Broschüre, die du dir von www.unendlich-viel-energie.de herunterladen kannst. Hier erfährst du, welche Höhen ein Industriekletterer überwindet, wie man Karriere mit Solaranlagen macht oder wie der Einstieg in die Forschung zum Erfolg wird.
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