Einer für alles
Ein Videojournalist übernimmt gleich drei Aufgaben auf einmal: Er ist Redakteur, Kameramann und Cutter in Personalunion. EINSTIEG Abi hat "VJ" Thomas Klein bei der Arbeit begleitet – beim DFB-Pokalfinale der Frauen.Patrick Agis-Garcin
Es ist Freitag, der Tag vor dem großen Spiel. Morgen steigt im RheinEnergieStadion in Köln das DFB-Pokalfinale der Frauen, in dem der haushohe Favorit FCR Duisburg gegen die Underdogs des USV Jena antritt. Heute allerdings wirkt die riesige Arena gespenstisch leer. Nur unten auf dem Platz bewegen sich einige Gestalten im Zickzack-Kurs. Am Spielfeldrand baut Thomas Klein seine Kamera auf und nimmt die Spielerinnen des FCR Duisburg ins Visier. Thomas ist beruflich hier, als Videojournalist. Seine Aufgabe ist es, bewegte Bilder vom Abschlusstraining beider Mannschaften einzufangen.
In Zeiten, in denen auch die Fernsehsender Geld sparen müssen, sind Leute wie Thomas sehr gefragt. "Früher wurden noch drei- bis vierköpfige Teams für einen Beitrag losgeschickt", sagt er. "Heute kann das ein Videojournalist auch allein leisten."
Im Praktikum zu Borussia Dortmund
Thomas hat sich schon vor vier Jahren selbstständig gemacht. Seine Firma heißt "Filmerleben", seine Auftraggeber kommen vor allem aus dem sportlichen Bereich. Studiert hat er Kommunikationswissenschaften und Germanistik. Zum Videojournalismus kam er über ein dreimonatiges Praktikum beim DSF (Deutsches Sportfernsehen, heute Sport1). "Dort wurde mir gleich eine Kamera in die Hand gedrückt", erzählt er. Sein erster Auftrag: "Fahr zum Training von Borussia Dortmund und mach dort Bilder!" Eine Aufgabe, die Thomas viel Spaß bereitete und gewissermaßen die Initialzündung seiner beruflichen Laufbahn war.
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