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28. Juli 2010  
Ausbildung zur Pferdewirtin / zum Pferdewirt

Leidenschaft gehört dazu

Tierliebe, Engagement und Einsatzbereitschaft müssen selbstverständlich sein, wenn man Pferdewirt werden will. Ab dem ersten August 2010 tritt eine neue Ausbildungsordnung in Kraft: Ab sofort können Auszubildende sich im dritten Lehrjahr auf eine Fachrichtung spezialisieren.
Pferdewirt

© Jürgen Barthenschlager

"Pferde geben uns die Flügel, die wir nicht haben", sagt ein Sprichwort. Kein Wunder, dass Reiten so eine weit verbreitete Sportart ist. Ein Traum, wenn man, wie Carola, sein Hobby dann auch noch zum Beruf machen kann: Sie reitet seit sie sieben ist und startete nach der Mittleren Reife auf dem Staudenhof in Ungerhausen im Allgäu ihre dreijährige Ausbildung zur Pferdewirtin.

 

Neue Ausbildungsordnung für Pferdewirte

In den ersten beiden Jahren erlernen Auszubildende zunächst die tiergerechte Haltung, Fütterung, Gesundheits- vorsorge und Grunderziehung von Pferden. Im dritten Lehrjahr können angehende Pferdewirte sich spezialisieren. Nach der neuen Ausbildungsordnung, die am ersten August 2010 in Kraft tritt, besteht die Wahl zwischen den Fachrichtungen Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, klassische Reitausbildung, Pferderennen (Einsatzgebiete Rennreiten und Trabrennfahren) sowie Spezialreitweisen (Westernreiten und Gangreiten).

 

Der Ausbildungsbetrieb von Carola ist auf Isländer spezialisiert. Diese haben eine bestimmte Gangart, die nur noch wenige Pferderassen auf der Welt beherrschen, den so genannten Tölt. Sie leben auf dem Hof in freier Natur. Deshalb gehört die tägliche Weidekontrolle zu einer der wichtigsten Aufgaben von Carola. Gerade in der Fohlenzeit hat die 17-jährige Pferdewirtin alle Hände voll zu tun. Da kommt es schon mal vor, dass auf der Koppel am nächsten Tag ein oder zwei Pferde mehr stehen. Das Abfohlen ist bei den frei lebenden Pferden die natürlichste Sache der Welt: Die Fohlen kommen ohne menschliche Hilfe meist in den frühen Morgenstunden auf der Weide zur Welt. Wichtig ist im Sommer, dass die Pferde genügend zu trinken bekommen. Deshalb muss mehrmals täglich die Wasserpumpe überprüft werden. 

 

An den Wochenenden ist Carola oft auf Turnieren unterwegs. In diesem Frühjahr hat sie sich bei einem Turnier speziell für Islandpferde für die Sportklasse A qualifiziert. "Leidenschaft fürs Pferd gehört einfach dazu", sagt Carola, "aber dann ist der Beruf die tollste Sache der Welt".

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